Webseite einer Ausstellung zum Thema “Streik: Realität und Mythos”

31/08/2014 Leave a comment

Die Webseite “Streik – Realität und Mythos” dokumentiert viele sehenswerte Bilder und ebenso lesenswerte Aufsätze einer bereits im Jahre 1992 durchgeführten Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Die Webseite entspricht weitgehend dem Ausstellungskatalog.

Der Streik war in Europa für die Entwicklung zur modernen Welt von entscheidender Bedeutung, und er ist bis in die Gegenwart hinein eine brisante Form des Arbeitskampfes geblieben. Die Sonderausstellung Streik – Realität und Mythos des Deutschen Historischen Museums (DHM) verfolgt die Geschichte des Streiks von der frühindustriellen Zeit bis zum Ersten Weltkrieg: die Tradition der Gesellenstreiks im 18. Jahrhundert, Hunger- und Arbeitslosenrevolten der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts und schließlich zwei große Streiks im Kaiserreich. Der Verlauf der realen Ereignisse fand seinen symbolischen und ästhetischen Reflex auch in der bildenden Kunst. In allen europäischen Ländern entstanden in kurzer Folge großformatige Streikgemälde, gleichsam Heldenepen der Arbeiterbewegung. Im Zentrum der Ausstellung steht eines der ersten dieser Bilder, Der Streik (1886) von Robert Koehler. Gemälde aus zahlreichen europäischen Ländern zeigen, wie Künstler aus ganz Europa sich dem Thema zuwandten und damit ihren Beitrag zum Kampf um soziale Gerechtigkeit leisteten.” (Quellen des Zitats und der Bilder: http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/streik/).

 

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Externalisierungsstrategien in der Bauwirtschaft: Empirische Untersuchung von Tanja Möhle „Arbeitsvermögen als externe Ressource? Eine empirische Analyse betrieblicher Arbeitskräftestrategien in der Bauwirtschaft“

25/08/2014 Leave a comment

Tanja Möhle hat die Arbeitskräftestrategien von 31 Bauunternehmen im Zeitraum 2003 bis 2007 empirisch untersucht. In dieser Zeit war die Bauwirtschaft einem erheblichen Veränderungsdruck ausgesetzt. Dieser Druck resultierte zum einen aus veränderten Regulierungen der Freizügigkeit von Unternehmen und Arbeitskräften in Europa, zum anderen durch den daraus zunehmende Wettbewerbsintensität. (Die Mitte 2014 veröffentlichte Arbeit ist hier online verfügbar.)

Die Frage der Arbeit lautet: Wie reagierten Unternehmen in ihren Arbeitskräftestrategien auf diese Veränderungen und warum zeigen sich Unterschiede in den Reaktionen?

Für die Bauwirtschaft war und ist charakteristisch, dass viele Unternehmen Aufträge an Subunternehmen vergeben, wobei auch diese wiederum (Sub-)Subunternehmen einsetzen können. Historisch relativ neu ist, dass deutsche Unternehmen Aufträge an ausländische Unternehmen vergeben, die dann mit ihren Arbeitskräften auf inländischen Baustellen tätig werden. Diese Möglichkeit eröffnete sich ab 1993. Seitdem ist es möglich, dass jedes Unternehmen mit Sitz in einem EU-Mitgliedsland rechtlich die Möglichkeit hat, in jedem EU-Land mit seinen Arbeitnehmern tätig zu werden. Da die entsandten Arbeitnehmer nach dem Sitzlandprinzip dem Arbeits- und Sozialrecht ihres Heimatlandes unterlagen, konnten die ausländischen Unternehmen Leistungen zu niedrigeren Preisen anbieten als deutsche Firmen. Deutsche Unternehmen machten sich dies zunutze, indem sie Unteraufträge an ausländische Baubetriebe vergaben. Später (1996) wurden dann über eine EU-Richtlinie und in der Folgezeit entsprechende nationale Regelungen Mindestarbeitsbedingungen vorgeschrieben, die diese Kostenvorteile deutlich reduzierten. Die Veränderungen in den Kostenvorteilen schlugen sich in der Anzahl der entsandten Arbeitnehmer nieder: Während die Anzahl der aus dem Ausland entsandten Beschäftigten seit etwa 1993 deutlich zunahm, sank sie spätestens seit etwa 1999 wieder ab (siehe hierzu die Grafik auf Seite 31 der Arbeit von Tanja Möhle).

Die Arbeit bezieht sich vor allem auf den Zeitraum von 2003 bis 2007. Sie zeigt die Umweltveränderungen für die Unternehmen, die sich aus der europäischen Integration und den daraus entstehenden Möglichkeiten der Arbeitnehmerentsendung und der Untervergabe von Aufträgen an ausländische Subunternehmen ergaben. Sie beschreibt die sich im Laufe der Zeit zeigenden quantitativen Veränderungen der Entsendungen und auch der wirtschaftlichen Bedingungen der Bauwirtschaft.

Methodik und Sample

Die Verfasserin analysiert in ihrer Arbeit die Arbeitskräftestrategien von insgesamt 31 deutschen Bauunternehmen, die vor allem im Bauhauptgewerbe tätig sind. Eine wichtige Frage, ist warum es Unterschiede im Ausmaß der Externalisierung des Arbeitsvermögens, d.h. dem Ausmaß der Untervergabe von Bauaufträgen vor allem an ausländische Unternehmen, gibt. Denn nicht alle Unternehmen nutzen die Möglichkeiten der Externalisierung gleichermaßen.
Tanja Möhle hat Leitfadeninterview mit für Fragen der Auftragsvergabe in den Unternehmen Verantwortlichen geführt und Geschäftsberichte sowie andere Unterlagen ausgewertet.

Ergebnisse

1. Es zeigt sich, dass von den Bauunternehmen sehr unterschiedliche Arbeitskräftestrategien genutzt werden, die von einem sehr geringen bis zu einem sehr hohen und dauerhaften Ausmaß von Externalisierung reichen. Möhle unterscheidet vier Strategien: eine „dominant interne Stratgegie“, eine „Strategie der langfristigen Externalisierung“, eine „Strategie der kurzfristigen Externalisierung“ sowie eine „dominant externe Strategie“. Die typisierenden Merkmale sind das Ausmaß und die Art der Externalisierung, d.h. die lang-, mittel oder kurzfristige Dauer der Zusammenarbeit mit Subunternehmen. So erzielen einige Unternehmen, die die „dominant externe Strategie“ verfolgen, 80 und mehr Prozent ihres Umsatzes durch den Einsatz von Subunternehmen. Dabei gibt es einen Stamm von Nachunternehmen, mit denen man immer wieder zusammenarbeitet. Die Subunternehmen beauftragen häufig ihrerseits wieder ausländische Firmen.

2. Die Unterschiede in den betrieblichen Arbeitskräftestrategien gehen mit Unterschieden in der internen und externen Umwelt der Unternehmen einher. Insbesondere diejenigen Unternehmen, die eine dominant interne Arbeitskräftestrategie praktizieren, d.h. also, wenig Subunternehmen einsetzen, weisen gemeinsame Merkmale in ihrer internen und externen Umwelt auf: Es sind recht kleine mittelständische Betriebe, die in der Region für einen lokal begrenzten Kundenkreis privater Auftraggeber tätig sind. Ihre Unternehmensstrategie kann als Qualitätsführerschaft beschrieben werden. Hier findet sich ein hoher Anteil gut ausgebildeter gewerblicher Arbeitskräfte.
Die Unternehmen mit einer dominant externen Strategie sind dagegen große Niederlassungen von Konzernen, sie konzentrieren sich vor allem auf nationale Großprojekte. Hier findet sich die in der Literatur oft genannte Strategie der Systemführerschaft; die Belegschaft ist durch einen sehr hohen Anteil an technischem und kaufmännischem Personal charakterisiert. Bei allen anderen Strategietypen sind weniger Gemeinsamkeiten zu identifizieren.

Quellen: Bildquelle | Quelle der Arbeit

Neue Publikation: Werner Nienhüser: “Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann”

11/08/2014 Leave a comment

Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann

“Die Kernthese des Beitrages lautet: Die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen der Beschäftigten haben sich in den letzten Jahrzehnten verschlechtert. Eine wesentliche Ursache hierfür ist der kollektive Machtverlust der Arbeitnehmerseite. Politisch-praktisch gewendet: Wenn es gelänge, die kollektive Macht auszuweiten, dann könnten die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen verbessert werden – die Beschäftigten könnten ihre Interessen besser durchsetzen” (S. 233).

Ausgehend von machttheoretischen Überlegungen werden die Veränderungen in den Machtkonstellationen und deren Folgen bezogen auf die letzten Jahrzehnte skizziert. Ausgehend von der Situationsbeschreibung werden dann machttheoretisch geleitete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Handlungsmöglichkeiten sind insb. folgende: Erhöhung des gewerkschaftlichen Organisationsgrades, alternative Organisationsformen wie Genossenschaften, Ausweitung der Arbeitnehmermitbestimmung und der überbetrieblichen Wirtschaftsdemokratie. Eines ist klar: “Würde man versuchen, die hier vorgeschlagenen Möglichkeiten in die Tat umzusetzen, dann müsste man mit erheblichem Widerstand der Arbeitgeberverbände, Unternehmensleitungen und wirtschaftsnaher Parteien rechnen. Denn wenn es um die Verschiebung von Machtrelation geht, sind Konflikte zu erwarten” (S. 249).

Quelle und weitergehende Informationen: Nienhüser, Werner (2014): Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann. In: Vedder, G./Pieck, N./Schlichting, B./Schubert, A. (Hg.): Befristete Beziehungen. München, Mering: Hampp, S. 233–252. (PDF des Beitrags zum download). Danke an den Rainer Hampp-Verlag und die Herausgeber, den Aufsatz online stellen zu dürfen.

Categories: Arbeit, Macht, Publikation

Amitai Etzioni über das Facebook-Experiment: “Facebook’s Experiment: Trivial Pursuit | Amitai Etzioni”

04/08/2014 Leave a comment

Amitai Etzioni kritisiert das (jüngste) Facebook-Experiment, meint aber zu Recht, dass die Kritiker übersähen, dass die übliche, alltägliche  Werbung viel stärker manipulativ sei:

“Robert Klitzman, a professor of psychiatry at Columbia University, added that it was not a “trivial undertaking,” but rather a “scandalous” experiment that “violates accepted research ethics.” What these commentators ignore is that what Facebook did not very “cool” pales in comparison to what Madison Avenue and the marketing departments of corporations from Amazon to Zales do every day of the week, during the weekends, and especially during holidays. While Facebook did not make up any new messages but merely selected some over others, from those already out in the public domain, typical advertisers concoct messages not with the purpose if finding out what would lift people’s dour mood, but rather to manipulate people to buy junk they do not need. See our short video, “You Don’t Need To Buy This.” Moreover, far from being informative, the Madison Avenue stuff is deviously manipulative. It is based on psychological research to find out how the advertisers can get around our aversions and deliberations and appeal surreptitiously to our underlying urges.If you need reminding about how this is done, regularly, while people fuss about the trivial experiment of Facebook, turn to the pages of a very carefully researched, richly documented study by Michael Moss called Salt Sugar Fat: How the Food Giants Hooked Us. The book reveals the ways in which various major corporations that market foods have spent scores of millions to study our urges and to design, package, and advertise foods that are bad for us but good for corporate profits. Sugar, salt, and fats are laced into products that seem to include none because they make them more addictive e.g. salt in chocolate. Labels on products are carefully framed so that the information is read in ways that are misleading e.g. instead of telling us the number of calories in the box, it tells us the number per serving. Small items are put into large boxes e.g. toys to make them seem more valuable. Boxes are given bright colors because studies show these colors illicit impulse buying. Lobbying is used to bend regulations in favor of the industries rather than customers e.g. the definition of “lean” meat has been changed so meat that used to be considered fat is now characterized as lean.”

via Facebook’s Experiment: Trivial Pursuit | Amitai Etzioni. (mehr dazu unter dem obigen Link)

Categories: Etzioni, Konsumterror, Kritik

Great video: “Mark Blyth on Austerity”

17/07/2014 Leave a comment

Portrait of an artist

17/07/2014 Leave a comment

Werner:

Thanks, David.

Originally posted on occasional links & commentary:

BFAMFAPhD-MAD1

An arts degree costs $120,000 but the typical artist only makes $25,000 a year.

That’s one of the many facts about the situation and composition of artists in New York City generated by the collective BFAMFAPhD (which includes my friend Susan Jahoda) [ht: ja].

Here are some others:

  • Only 15 percent of the people in New York with an art degree actually make a living as artists. The rest? 16 percent work in sales and other office occupations, 15 percent work in various professional fields, 11 percent are educators, 10 percent are managers, 10 percent work in service jobs, 9 percent have not worked in the last five years, 5 percent are working in business and finance, 3 percent work in various blue collar occupations, 3 percent now work in science, technology, or engineering, and 2 percent now work in medicine. (See this chart.)
  • As it turns out, while the poverty…

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Categories: Arbeit

Child Labor, A Collection of Images (4)

17/07/2014 Leave a comment

Child Labor, A Collection of Images (4). Hier finden sich Sammlungen von Fotografien von Kinderarbeit.

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