Wem gehören die großen Unternehmen in Deutschland und den USA?

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„Zusammenfassung. Das Eigentum an großen Unternehmen konstituiert gesellschaftliche Macht. Der Beitrag stellt deshalb die Frage: Wem gehören die 200 umsatzstärksten in der Realwirtschaft tätigen Unternehmen in Deutschland und in den USA? Hat sich durch die Finanzkrise etwas an den Eigentümerstrukturen verändert, etwa die Konzentration des Eigentums? Unsere Befunde für die Zeiträume 2006/2007 und 2009/2010 zeigen, dass in beiden Ländern Finanzinvestoren wie BlackRock einen erheblichen Anteil an den Aktien großer Nicht-Finanzunternehmen besitzen. BlackRock verwaltet in Deutschland 5 % und in den USA 13 % der Aktien der 200 größten Unternehmen. Nimmt man den zweitgrößten Vermögensverwalter (Capital Group) hinzu, dann kontrollieren diese beiden Unternehmen in Deutschland 11 % und in den USA 23 % der Aktienanteile. In beiden Ländern hat die Konzentration des Aktienbesitzes zugenommen. Der hohe Anteil der Aktien, den das Finanzkapital besitzt, hat sich trotz oder wegen der Krise kaum verändert.“

„Abstract. The ownership of large corporations constitutes social power. Therefore our article asks the question: Who are the owners of the 200 largest non-financial corporations in Germany and in the U.S.? Did ownership structure and concentration of capital change during the financial crisis? Our results for 2006/2007 and 2009/2010 show that financial investors such as BlackRock own a significant proportion of the stocks of the 200 large non-financial companies. BlackRock manages 5 % in Germany and 13 % in the U.S. Taking also the second largest asset manager (Capital Group) into account, then these two companies together control 11 % of the shares in Germany and 23 % in the U.S. In both countries the concentration of share ownership has increased. The large proportion of shares owned by finance capital has barely changed despite or because of the financial crisis.“

Quelle: Werner Nienhüser, David Peetz, Georgina Murray 2016: Wem gehören die großen Unternehmen? Restrukturierung des Eigentums während der Finanzkrise in Deutschland und den USA. In: WSI-Mitteilungen 8/2016, Seiten 584–594 (http://www.boeckler.de/wsi-mitteilungen_106018_106029.htm); Bildquelle: Americasroof at English Wikipedia [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

„Warum Amazon gegen Streiks immun ist“ (SZ v. 27.9.16)

„Manchmal sind es eben die da unten, die es denen da oben recht leicht machen. Und so konservieren sie jene Machtwirtschaft, wegen derer sie dann an der Marktwirtschaft verzweifeln.“ (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gewerkschaften-warum-amazon-gegen-streiks-immun-ist-1.3168945-2)

organizeDas Zitat stammt aus einer schönen Reportage von Detlef Esslinger in der „Süddeutschen Zeitung“ (vom 27.9.2016, Online) : „Warum Amazon gegen Streiks immun ist. – Gewerkschaften sind immer noch mächtig im Kampf gegen Ungleichheit – mit ein paar Ausnahmen.“

Vortrag „Machtmissbrauch in der Wirtschaft und seine Folgen“

„Machtmissbrauch in der Wirtschaft und seine Folgen“ – ein vielversprechender Titel eines Vortrages von Prof. Heinz-J. Bontrup. Der Vortrag findet statt am 3.5.2016 in Haltern am See (siehe unten; siehe auch die Webseite: http://www.buecherfreunde-haltern.de/termine.htm)

„Fast alle reden über Wettbewerb, doch nur wenige verstehen das sich dahinter verbergende Prinzip einer sich immer mehr aufbauenden Wirtschaftsmacht und deren Machtmissbrauch in der Wirtschaft selbst, aber auch gegenüber dem demokratisch legitimierten Staat. Oligopole sind in vielen Märkten zur dominierenden Marktform geworden, und nicht nur die jüngsten Kartellenttarnungen manifestieren einen ungeheuren Machtmissbrauch. Dies hat beträchtliche Folgen, nicht nur für den Einzelnen, sondern genauso für die Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes. Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup von der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen hält dazu einen Vortag. Dieser basiert im Wesentlichen auf seiner Veröffentlichung: „Wo geht es hier bitte zur Marktwirtschaft? Marktwirtschaftliche Ordnung, Wettbewerb und Wirtschaftsmacht“, pad- Verlag, Bergkamen 2012.“

  • Wann: Mittwoch, 3.5.2016,  19:00 Uhr
  • Wo: Stadtbücherei, Lavesumer Str. 1g, Haltern am See
  • Entgelt 5,00 EUR/Ermäßigt 3,00 EUR

Veranstalter: Stadtbücherei Haltern am See, Lavesumer Str. 1g, 45721 Haltern am See, Telefon 02364/ 933 216; DGB-Region Emscher-Lippe, Dorstener Straße 27a, 45657 Recklinghausen; VHS Dülmen – Haltern am See – Havixbeck, Münsterstraße 29, 48249 Dülmen, Telefon  02594/12 400

Organize!

Machtheoretiker würden sagen: Ressourcenzusammenlegung verändert die Macht- und Austauschrelation. Muss man nicht so ausdrücken. Wichtig ist: Die kleinen Fische müssen auch beißen wollen und können, und zwar im Grundsatz jeder. organize

Das Bild kannte ich so nicht. Ein ähnliches Bild verwendet die Gewerkschaft „Industrial Workers of the World“ (http://www.iww.org/content/organize-big-fish); Swimmy war vermutlich die Vorlage. (Lang ist’s her. Da habe ich meinen Kindern daraus vorgelesen – aus „Swimmy“ meine ich, nicht aus den Texten der Gewerkschaft.)

Veröffentlicht in Macht

Jeffrey Pfeffer: „Why powerful people are rarely punished appropriately“

Interesting arcticle by Jeffrey Pfeffer: „Why powerful people are rarely punished appropriately.“

„Powerful executives and public figures often face surprisingly few consequences from actions that can cost companies billions of dollars and thousands of employees their jobs. One study of directors found that people who had served on the boards of banks that required government assistance during the financial crisis confronted turnover imperceptibly higher than peers who had served on banks that had weathered the financial storm in better shape.“ (Source: http://jeffreypfeffer.com/2015/02/powerful-people-rarely-punished-appropriately/)

Neue Publikation: Werner Nienhüser: „Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann“

Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann

„Die Kernthese des Beitrages lautet: Die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen der Beschäftigten haben sich in den letzten Jahrzehnten verschlechtert. Eine wesentliche Ursache hierfür ist der kollektive Machtverlust der Arbeitnehmerseite. Politisch-praktisch gewendet: Wenn es gelänge, die kollektive Macht auszuweiten, dann könnten die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen verbessert werden – die Beschäftigten könnten ihre Interessen besser durchsetzen“ (S. 233).

Ausgehend von machttheoretischen Überlegungen werden die Veränderungen in den Machtkonstellationen und deren Folgen bezogen auf die letzten Jahrzehnte skizziert. Ausgehend von der Situationsbeschreibung werden dann machttheoretisch geleitete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Handlungsmöglichkeiten sind insb. folgende: Erhöhung des gewerkschaftlichen Organisationsgrades, alternative Organisationsformen wie Genossenschaften, Ausweitung der Arbeitnehmermitbestimmung und der überbetrieblichen Wirtschaftsdemokratie. Eines ist klar: „Würde man versuchen, die hier vorgeschlagenen Möglichkeiten in die Tat umzusetzen, dann müsste man mit erheblichem Widerstand der Arbeitgeberverbände, Unternehmensleitungen und wirtschaftsnaher Parteien rechnen. Denn wenn es um die Verschiebung von Machtrelation geht, sind Konflikte zu erwarten“ (S. 249).

Quelle und weitergehende Informationen: Nienhüser, Werner (2014): Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann. In: Vedder, G./Pieck, N./Schlichting, B./Schubert, A./Krause, F. (Hg.): Befristete Beziehungen. München, Mering: Hampp, S. 233–252. (PDF des Beitrags zum download). Danke an den Rainer Hampp-Verlag und die Herausgeber, den Aufsatz online stellen zu dürfen.

Robert Reich

„According to the Institute for Policy Studies, the $26.7 billion of bonuses Wall Street banks paid out last year would be enough to more than double the pay of every one of America’s 1,085,000 full-time minimum wage workers.“

via Robert Reich.