Wem gehört die Welt? Eigentums- und Machtkonzentration bei Großunternehmen – und was man dagegen tun kann. Vortrag von Werner Nienhüser am 6.3.2019

Wem gehört die Welt? Eigentums- und Machtkonzentration bei Großunternehmen – und was man dagegen tun kann. Vortrag von Prof. Dr. Werner Nienhüser

Wann? 6. März 2019, 17.30 Uhr

Wo: Paul-Gerhardt-Haus (Gemeindehaus der Evangelischen Kirche), Reinhard-Freericks-Str. 17, 45721 Haltern am See (https://haltern.ekvw.de/gemeinde/gebaeude-einrichtungen/paul-gerhardt-haus). https://haltern.ekvw.de/junge-alte-55plus/gruppenangebote/termine-und-themen-2019/

Eigentum an großen Unternehmen konstituiert gesellschaftliche Macht. Wem gehören die großen Unternehmen? Wer profitiert von ihrer Wertschöpfung? Eigentümer und Profiteure sind vor allem die Finanzunternehmen. So kontrollieren allein zwei Finanzunternehmen (BlackRock und Capital Group) in Deutschland 11 Prozent und in den USA 23 Prozent aller Aktienwerte der 200 größten Unternehmen.
Der Vortrag berichtet über Eigentümerstrukturen, erläutert die Wirkungen der Konzentration von Unternehmensvermögen, zeigt an einem Beispiel (Alloheim, Nordic Capital) die Bedeutung von Finanzinvestoren für unser Leben und diskutiert mögliche Gegenmaßnahmen. An den Vortrag schließt sich eine Diskussion mit den ZuhörerInnen an. Alle ZuhörerInnen sind herzlich willkommen.

Werner Nienhüser ist Professor für Arbeit, Personal und Organisation an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen
(mehr Informationen über den Referenten: http://www.udue.de/wn; zum Vortragshintergrund siehe auch: https://wp.me/p3d74-Dd).

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Zum kostenlosen Download: Klaus Kock, Edelgard Kutzner: Arbeit als kollegiales Handeln – Praktiken von Solidarität und Konkurrenz am Arbeitsplatz

Das von Karina Becker, Ulrich Brinkmann und Stephan Voswinkel herausgebene Schwerpunktheft 4/2018 der Zeitschrift Industrielle Beziehungen behandelt das Thema Solidarität in der Arbeitswelt.

Der Aufsatz von Klaus Kock und Edelgard Kutzner: Arbeit als kollegiales Handeln – Praktiken von
Solidarität und Konkurrenz am Arbeitsplatz kann kostenlos heruntergeladen werden. Vielen Dank an den Barbara Budrich Verlag. Die Autor*innen fassen den Inhalt ihres Beitrags so zusammen:

„Im vorliegenden Beitrag wird gezeigt, dass sich parallel und im Widerspruch zu konkurrenzbedingten Fragmentierungen im kooperativen Arbeitsprozess immer auch Gelegenheiten für wechselseitige zwischenmenschliche Bindungen und Verpflichtungen ergeben. Es werden Praktiken analysiert, mit denen Arbeitende ihre sozialen Beziehungen interaktiv in reziproken Austauschprozessen gestalten und zu Kollegialität im Sinne eines Füreinander-Einstehens formen. Diese Prozesse sind voraussetzungsvoll und werden ständig von gegenläufigen Prozessen der Ausgrenzung und gegenseitigen Instrumentalisierung durchkreuzt. Kollegialität beruht auf der Einsicht, dass die Realisierung eigener Ziele von der Realisierung der Ziele anderer abhängig ist, dass die eigene Handlungsfähigkeit in der Zusammenarbeit und im reziproken Austausch mit anderen erweitert werden kann. Kollegialität als eine Form von Solidarität entsteht in unmittelbaren Arbeitszusammenhängen weder aus einer gegebenen Gemeinschaft noch aus funktionalen Erfordernissen des Arbeitsprozesses. Kollegialität wird vielmehr in Interaktionen generiert und – wenn sie Bestand haben soll – immer wieder gegen Konkurrenz und konkurrentes Handeln durchgesetzt. Durch solidarisches Handeln gewinnen die Arbeitenden an Handlungsfähigkeit, deren Erweiterung auf überbetriebliche gesellschaftliche Verhältnisse weiterer Reflexion und kollektiver Aktion bedarf.“

Das ebenfalls kostenfrei zugängliche Editorial sowie alle weiteren Informationen zum Sonderheft finden Sie unter folgendem Link: Sonderheft Industrielle Beziehungen (Jg. 25, Heft 4). 

Siehe auch hier: https://employmentrelations.wordpress.com/2019/02/06/neuerscheinung-schwerpunktheft-der-zeitschrift-industrielle-beziehungen-solidaritat-in-der-arbeitswelt-herausgegeben-von-karina-becker-ulrich-brinkmann-und-stephan-voswinkel/

Neuerscheinung: Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen: „Solidarität in der Arbeitswelt“, herausgegeben von Karina Becker, Ulrich Brinkmann und Stephan Voswinkel

Neuerscheinung: Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen „Solidarität in der Arbeitswelt“, herausgegeben von Karina Becker, Ulrich Brinkmann und Stephan Voswinkel

Wir möchten Sie auf das neue Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen aufmerksam machen, das sich mit Solidarität in der Arbeitswelt beschäftigt. Herausgegeben wurde dieses neue Schwerpunktheft von Karina Becker, Ulrich Brinkmann und Stephan Voswinkel.

Im Editorial der Herausgeber*innen heißt es:

„Solidarität ist zweifellos ein, wenn nicht der normative Kern der Gewerkschaftsbewegung und die Institutionen der Industriellen Beziehungen (Koalitionsfreiheit, Tarifvertrag, betriebliche Interessenvertretung, Sozialstaat) sind ohne Bezug auf sie nicht vorstellbar. Man könnte sich darüber wundern, dass erst jetzt ein Heft in Angriff genommen wird, das sich schwerpunktmäßig mit Solidarität in der Arbeitswelt beschäftigt. Wir meinen, dass dieses Schwerpunktheft gerade jetzt zur rechten Zeit erscheint und zwar deshalb, weil Solidarität auch und gerade im Feld der Industriellen Beziehungen umstritten und gefährdet ist und hinsichtlich der Frage, was Solidarität in der Praxis ausmacht und einschließt, alles andere als einhellig beantwortet wird. Schon seit längerem kennzeichnen Individualisierung, Ent-Kollektivierung, Exklusions- und Abgrenzungstendenzen das Forschungsfeld; parallel dazu lassen sich neue, translokale Formen von Solidarität beobachten. Vor diesem Hintergrund ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Solidarität nötig, überfällig, aber auch herausfordernd.“

Das Editorial sowie alle weiteren Informationen zum Sonderheft finden Sie unter folgendem Link: Sonderheft Industrielle Beziehungen (Jg. 25, Heft 4)

Mit Beiträgen von:

  • Nora Lohmeyer, Elke Schüßler, Markus Helfen: Kann Solidarität „von unten“ in globalen Zuliefererketten organisiert werden? Der Fall ExChains
  • Martin Seeliger: Die soziale Konstruktion internationaler Solidarität. Gewerkschaftspolitische Positionsbildung im Bereich der Dienstleistungsfreiheit
  • Klaus Kock, Edelgard Kutzner: Arbeit als kollegiales Handeln – Praktiken von Solidarität und Konkurrenz am Arbeitsplatz
  • Daniel Behruzi: Kampfmethode Ultimatum. Von disziplinierender Kollegialität zu widerständiger Solidarität – Fallbeispiele aus dem Gesundheitswesen
  • Horan Lee, Ronald Staples: Digitale Solidarität unter Arbeitnehmer*innen

(Dieser Blogbeitrag ist auch hier zu finden: https://giraweb.de/news/neuerscheinung-schwerpunktheft-industrielle-beziehungen-solidarit-t-der-arbeitswelt)

Verhaltenswissenschaftliche Konzepte und Ansätze in der Personal- und Organisationsforschung – Wiki-Beiträge

Verhaltenswissenschaftliche Konzepte und Ansätze in der Personal- und Organisationsforschung

Eine Sammlung von Beiträgen zu verhaltenswissenschaftlichen Konzepten und Ansätzen in der Personal- und Organisationsforschung findet sich einem Wiki von Professor Albert Martin (Universität Lüneburg). Die kurzen Aufsätze befassen sich mit Themen, die in der einschlägigen Forschung besondere Aufmerksamkeit gefunden haben, aber auch mit Themen, die bislang noch eher selten behandelt werden, dessen ungeachtet, aber eine größere Beachtung verdienen.

http://wwwftp.uni-lueneburg.de/personal_fuehrung/index.php/Hauptseite

(Zuerst vreöffentlicht auf dem Akempor-Blog)

Call for Papers “Artificial Intelligence, Robotics and Employment Relations” – “Club of Florence” 2019

Club of Florence – Workshop 2019 ‒ Call for Papers
“Artificial Intelligence, Robotics and Employment Relations”

The next “Club of Florence” workshop takes place on Friday, March 29 at the University of Florence. Attached you may find a call for contributions on “Artificial Intelligence, Robotics and Employment Relations”. Please note that the deadline for workshop submissions is February 21, 2019. By this day you should submit your short papers (up to 3,000 words) in MS Word and/or PDF format to the conveners. (a detailed call for papers you may find here)

(Source of the picture: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Automation_of_thoughts.jpg)

„Steueroasen: ein paralleles Rechtssystem für Privilegierte“ – Gastvortrag von PD Dr. Silke Ötsch am Dienstag, 29.01.2019, 12:00 Uhr, Universität Duisburg-Essen (in Essen) R14 R00 A04

Gastvortrag PD Dr. Silke Ötsch: Steueroasen: ein paralleles Rechtssystem für Privilegierte

Der Vortrag mit anschließender Diskussion findet im Rahmen einer Vorlesung statt und ist öffentlich. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

„Steueroasen sind juristische Rahmen, die es Privilegierten erlauben, Steuergesetze zu umgehen. Wie ist diese Institution entstanden? Welche Jurisdiktionen sind Steueroasen und welche Techniken benutzen sie? Wer profitiert und wer verliert? Anhand von Fotos und Recherchen in Steueroasen wird konkret gezeigt, was eine Briefkastenfirma ist und welche Orte hinter den illegalen und illegitimen Steuerpraktiken stehen.
Der Vortrag geht auf die Frage ein, warum die Steueroase seit über 100 Jahren bestehen kann. Welche politischen Initiativen haben versucht, die Nutzung von Steueroasen einzugrenzen? Wie erfolgreich waren sie und wo besteht Handlungsbedarf? Neben ökonomischen Faktoren wie Standortkonkurrenz und ungleich verteilter Expertise spielen Macht und kulturelle Faktoren eine Rolle. Steueroasen werden durch “Elitediskurse” gestützt, die kulturelle Bilder und Theorien über Steuern auf einer Tiefenebene transportieren und Privilegien festigen.“

PDin Dr.in Silke Ötsch ist Soziologin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Finanz‐ und Wirtschaftssoziologie, der Finanzialisierung, Besteuerung und Steueroasen und der sozialen und ökologischen Transformation. Mehr Informationen: http://silke‐oetsch.net/

Veranstalter:
Prof. Dr. Werner Nienhüser / Prof. Dr. Andreas Behr / Prof. Dr. Ute Schmiel
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften; Universität Duisburg‐Essen, Campus Essen

Vortrag: „Einstellungen zur Mitbestimmung (bei Jüngeren): Stirbt der Repräsentationsgedanke aus?“

Am 21.11.2018 durfte ich auf dem WSI-Herbstforum in Berlin einen Vortrag halten. Das Thema: „Einstellungen zur Mitbestimmung (bei Jüngeren): Stirbt der Repräsentationsgedanke aus?“ Ich berichte hier aus unserer Untersuchung, deren Befunde gerade in einem Buch veröffentlicht wurden. Mit Repräsentationsgedanke ist der Gedanke an die Möglichkeit einer kollektiven Vertretung von Interessen gemeint, eine Art der Interessenvertretung, die in der Regel über Repräsentanten erfolgen muss. Die Frage ist, ob Menschen dies als Möglichkeit wahrnehmen, ihre Interessen zu realisieren. Über eine Veränderung über die Zeit können wir auf Basis unserer Untersuchung allerdings nichts sagen, denn wir haben eine Querschnittsanalyse durchgeführt. Unsere Daten deuten aber darauf hin, dass eine kollektive Vertretung von Interessen von vielen Menschen derzeit durchaus als Option gesehen wird, siehe dazu die Präsentation, die man hier herunterladen kann. Der Repräsentationsgedanke ist also „lebendig“. Ein Video des Vortrages gibt es auch.