Aktionstag für Menschenrechte


Werbeanzeigen

„Aufruf der Wissenschaft zur Unterstützung des Hochschulstreiks am 25.-29. November 2019“

Aufruf zur Unterstützung des Hochschulstreiks der  am 25.-29. November 2019.

Screenshot „Students for Future“-Webseite (https://studentsforfuture.info/)

Wenn viele den Aufruf unterzeichnen und bei den Aktionen mitmachen, wäre das gut. Unterzeichnen kann man hier: https://studentsforfuture.info/public-climate-school/aufruf-der-wissenschaft/


„Millionen Teilnehmerinnen des globalen Klimastreiks am 20. September repräsentieren die breite Einsicht, dass endlich substantielle Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels getroffen werden müssen. Das politische Feld präsentiert sich jedoch phlegmatisch. “I know you are trying but just not hard enough. Sorry.” – diese Kritik Greta Thunbergs an den amerikanischen Kongressabgeordneten trifft auch auf den so genannten Klimakompromiss zu.Die Dramatik einer Situation, in der die Gewissheit über den bevorstehenden Klimakollaps sich nicht in effektives politisches Handeln übersetzt, macht außerplanmäßiges Handeln zur Pflicht. Die Studierenden von Students for Future rufen für die Woche vom 25.-29. November zur Bestreikung des regulären Lehrbetriebs auf. Wir schließen uns diesem Aufruf an. Wir werden in dieser Woche keine regulären Lehrveranstaltungen anbieten und wir appellieren an die Hochschulleitungen den Lehrbetrieb auszusetzen.

Statt des normalen Tagegeschäfts soll so Raum für Vorträge, Diskussionen und Aktionen entstehen. Der Hochschulstreik ist nicht nur ein wirksames Druckmittel, das die Politik zum Handeln verpflichten soll, sondern auch ein Labor für nachhaltige Zukunftsentwürfe. So können die Hochschulen den ihnen von der Hochschulrektorenkonferenz zugeschriebenen Auftrag gerecht werden, „als Zentren demokratischer Kultur […] zur produktiven Diskussion um die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ beizutragen.

Gemeinsam mit Studierenden, Schülerinnen, politischen Bildner*innen und Zivilgesellschaft werden wir im Sinne einer Public Climate School an Lösungen für die Klimakrise arbeiten.“

Den Aufruf der Wissenschaft kann man hier unterzeichnen: https://studentsforfuture.info/public-climate-school/aufruf-der-wissenschaft/


 

Interessante Publikation: „Der lange Kampf der Amazon-Beschäftigen“

Boewe, Jörn/Schulten, Johannes (2019): Der lange Kampf der Amazon-Beschäftigen. Labor des Widerstands: Gewerkschaftliche Organisierung beim Weltmarktführer des Onlinehandels. Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage. Rosa-Luxemburg-Stiftung. ANALYSEN Nr. 57. https://www.rosalux.de/publikation/id/8529/der-lange-kampf-der-amazon-beschaeftigen

Christy Hoffman, Generalsekretärin UNI Global Union, schreibt im Vorwort:

„Der Konzern setzt den Einzelhandel, den Lebensmittelhandel, die Logistikbranche und andere Bereiche, in denen es noch Gewerkschaften und faire Löhne gibt, unter Druck, indem er Arbeiter*innen ausbeutet und auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse, algorithmisches Management, Subunternehmertum und Automatisierung setzt. … Amazon ist aber nicht nur ein schlechter Arbeitgeber, sondern unterwandert auch auf ganz grundlegende Weise die Demokratie. Der Konzern ist ein weltmeisterlicher Steuerhinterzieher und nutzt jedes erdenkliche Steuerschlupfloch aus. Das zerstört den bodenständigen Einzelhandel, der das Fundament des Steuersystems bildet. Das Unternehmen bedient sich jeglicher Form wettbewerbsfeindlichen Verhaltens und bereichert sich an Drittanbietern, die dazu genötigt sind, seine Handelsplattform zu nutzen. Die Amazon Web Services (AWS) beherrschen mehr als zwei Drittel des weltweiten CloudComputing-Markts und sind damit eine unmittelbare Gefahr für ein freies und offenes Internet. AWS bietet mächtige Technologien wie Gesichtserkennung und künstliche Intelligenz an, die bereits jetzt von Arbeitgeber*innen und Regierungen missbraucht werden. Amazon ist außerdem ein großer Klimasünder, dessen riesiges Netzwerk aus Datenzentren nicht nachhaltig betrieben wird; zudem liefert der Konzern seine AWS-Technologien an die Öl- und Gasindustrie und leistet damit deren Emissionsausstoß Vorschub. Die gute Nachricht ist, dass der Widerstand in der Zivilgesellschaft wächst und dass Regierungen wieder stärker regulieren. Weltweit begreifen die Menschen, dass Big Tech viel zu mächtig geworden ist und dass wir daran etwas ändern müssen.“

Neues Schwerpunktheft der „Industriellen Beziehungen“ erschienen: Digitalisierung und Arbeitsbeziehungen in betrieblichen Arbeitswelten

Call for Papers für Schwerpunkhefte der Zeitschrift „Industrielle Beziehungen“


Call for Papers für Schwerpunkhefte der Zeitschrift „Industrielle Beziehungen

1. Tarifpolitik und Tarifautonomie. Schwerpunktheft der Industriellen Beziehungen (Heft 4/2020)
Gastherausgeber*innen: Ingrid Artus, Reinhard Bahnmüller, Reinhard Bispinck

Abstract bis zum 10. Januar 2020
Senden Sie Ihr Abstract bitte an: indbez@budrich-journals.de (Mit Betreffzeile: Abstract
SP-Heft Tarifpolitik)
Full Papers bis 31. Mai 2020
Das Schwerpunktheft soll als Heft 4/2020 erscheinen.
Den vollständigen Call for Papers finden Sie hier.

2. Interessenvertretung in (globalen) Wertschöpfungsnetzwerken (Heft 2/2021)
Gastherausgeber*nnen Nora Lohmeyer & Jörg Sydow

Abstract bis zum 15. April 2020
Senden Sie Ihr Abstract bitte an: indbez@budrich-journals.de (Mit Betreffzeile: Abstract
SP-Heft Interessenvertretung)
Full Papers sollen bis 31. August 2020
Das Schwerpunktheft soll als Heft 2/2021 erscheinen.
Den vollständigen Call for Papers finden Sie hier.

„Vom Wert der Mitbestimmung“: Wanderausstellung im BIZ Bielefeld

Maslow über die Anwendbarkeit seiner Theorie auf die Arbeitswelt

In Teilen der Betriebswirtschaftslehre und in der Arbeits- und Organisationspsychologie gilt Maslows Bedürfnis- und Motivationstheorie als zumindest im Kern zutreffend und man meint, man könne sie auf das Verhalten von Menschen in der Arbeitswelt übertragen. Maslow selbst war hier kritischer:

„My work on motivations came from the clinic, from a study of neurotic people. The carry-over of this theory to the industrial situation has some support from industrial studies, but certainly I would like to see a lot more studies of this kind before feeling finally convinced that this carry-over from the study of neurosis to the study of labor in factories is legitimate. The same thing is true of my studies of self-actualizating people – there is only this one study of mine available. There were many things wrong with the sampling, so many in fact that it must be considered to be, in the classical sense anyway, a bad or poor or inadequate experiment. I am quite willing to concede this – as a matter of fact, I am eager to concede it – because I’m a little worried about this stuff which I consider to be tentative being swallowed whole by all sorts of enthusiastic people, who really should be a little more tentative in the way that I am“ (Maslow,1965: 55).

Gut, man könnte dagegen einwenden, dass Maslow eben nicht richtig eingeschätzt habe, wie generalisierbar seine Theorie ist. Ich meine, man sollte sich Maslows Skepsis zum Vorbild nehmen.

Abraham Harold Maslow (April 1, 1908 – June 8, 1970), American professor of psychology who created Maslow’s hierarchy of needs*

Ich stelle die Bedürfnistheorie von Maslow in Vorlesungen nicht mehr vor, obwohl sie zur Historie der Verhaltenstheorien unabdingbar dazu gehört. Der Grund besteht darin, dass Studierende sich in Prüfungen bei der Frage nach Verhaltenstheorien meist nur an die Maslow’sche Bedürfnispyramide erinnern, während andere und besser bewährte Theorien (wie z.B. die Wert-Erwartungs-Theorien oder die Theorie sozialen Lernens) in den Hintergrund treten. Das mag damit zu tun haben, dass die Darstellung der Maslow’schen Theorie in der grafischen Form dazu beiträgt, dass man sie am leichtesten erinnert. Die einfache Darstellung könnte auch eine Ursache für ihre Verbreitung in der Managementlehre sein: Man bekommt die Darstellung als Pyramide so leicht auf eine Powerpoint-Folie und kann die Grundidee leicht erzählen, das geht mit der Wert-Erwartungs-Theorie oder der Theorie sozialen Lernens nicht so ohne Weiteres. (Abgesehen davon kann man mit der Theorie ganz unterschiedliche sozialtechnologische Aussagen begründen, vgl. dazu Nienhüser 1998). Wie gesagt: Maslow selbst hätte gezögert, Gestaltungsempfehlungen für Betriebe, für Lohnsysteme etwa, zu geben.

Literatur

  • Maslow, A.H. 1965: Eupsychian management. Homewood, IL: Irwin.
  • Nienhüser, W. 1998: Die Nutzung personal- und organisationswissenschaftlicher Erkenntnisse in Unternehmen. Eine Analyse der Bestimmungsgründe und Formen auf der Grundlage theoretischer und empirischer Befunde. In: Zeitschrift für Personalforschung, 1998, 12. Jg., H. 1, S. 21-49. PDF zum download), danke an Rainer Hampp-Verlag; die im PDF fehlende Abbildung von Seite 28 finden Sie hier.