Hans-Böckler-Stiftung: Atlas der Arbeit zeigt moderne Sklaverei

Lieferkettengesetz verabschieden – Unternehmen in die Verantwortung nehmen

Zwei von vielen Beispielen, die zeigen, dass ein Lieferkettengesetz nötig ist. Freiwillige Erklärungen von Unternehmen reichen nicht aus.

Textilindustrie

„Wenn an diesem Black Friday und Cyber Monday wieder millionenfach heruntergesetzte Textilien über Ladentheken geschoben oder online bestellt werden, wird die Lage der Textilarbeiterinnen in Bangladesch das Letzte sein, woran die Schnäppchenjäger*innen dabei denken. Man muss sie immer wieder daran erinnern, genauso wie die großen Textilkonzerne, die diese Bedingungen mit zu verantworten haben. Ein Lieferkettengesetz, wie es derzeit die Initiative Lieferkettengesetz fordert, zu deren Trägerorganisationen auch ver.di gehört, könnte sie zukünftig für ihre Geschäftspraktiken haftbar machen. Und zwar entlang ihrer gesamten Liefer- und Produktionskette.“ (https://www.verdi.de/themen/internationales/initiative-lieferkettengesetz)

Staudammbruch in Brasilien

New Website: „Resources in Personnel Economics“

Peter Kuhn, Professor of Economics at the University of California Santa Barbara, announces a new website about „Personnel Economics„. (Thanks to Uschi Backes-Gellner for the information.)

Peter writes:

„I’m delighted to announce the release of a new, free online resource for researchers and instructors in Personnel Economics.
Resources in Personnel Economics is a searchable website that supplies a curated, annotated, and hyperlinked set of references to key articles in the field. As part of my ongoing efforts to support my course and textbook, I will be updating these references on a continuing basis.
Please have a look to see if the site might be useful to you. Note that the site also contains links to instructional materials, such as slides, discussion questions and answers. You can also sign up for a monthly email list that announces new articles and other resources that (in my highly personal judgment) are likely to be important in the field or useful in instruction.“ (Source: Email via Uschi Backes-Gellner)

The website you may find here: https://sites.google.com/view/personnel-economics-resources/home

See also some critical articels  :

  • Spencer, David A. (2013): Barbarians at the gate. A critical appraisal of the influence of economics on the field and practice of HRM. In: Human Resource Management Journal, 23, Heft 4, S. 346-359.
  • Nienhueser, Werner (2016): Socio-economic Research in Personnel versus Personnel Economics. In: Forum for Social Economics, 46, Heft 1, S. 104–119.

Aktionstag für Menschenrechte


„Aufruf der Wissenschaft zur Unterstützung des Hochschulstreiks am 25.-29. November 2019“

Aufruf zur Unterstützung des Hochschulstreiks der  am 25.-29. November 2019.

Screenshot „Students for Future“-Webseite (https://studentsforfuture.info/)

Wenn viele den Aufruf unterzeichnen und bei den Aktionen mitmachen, wäre das gut. Unterzeichnen kann man hier: https://studentsforfuture.info/public-climate-school/aufruf-der-wissenschaft/


„Millionen Teilnehmerinnen des globalen Klimastreiks am 20. September repräsentieren die breite Einsicht, dass endlich substantielle Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels getroffen werden müssen. Das politische Feld präsentiert sich jedoch phlegmatisch. “I know you are trying but just not hard enough. Sorry.” – diese Kritik Greta Thunbergs an den amerikanischen Kongressabgeordneten trifft auch auf den so genannten Klimakompromiss zu.Die Dramatik einer Situation, in der die Gewissheit über den bevorstehenden Klimakollaps sich nicht in effektives politisches Handeln übersetzt, macht außerplanmäßiges Handeln zur Pflicht. Die Studierenden von Students for Future rufen für die Woche vom 25.-29. November zur Bestreikung des regulären Lehrbetriebs auf. Wir schließen uns diesem Aufruf an. Wir werden in dieser Woche keine regulären Lehrveranstaltungen anbieten und wir appellieren an die Hochschulleitungen den Lehrbetrieb auszusetzen.

Statt des normalen Tagegeschäfts soll so Raum für Vorträge, Diskussionen und Aktionen entstehen. Der Hochschulstreik ist nicht nur ein wirksames Druckmittel, das die Politik zum Handeln verpflichten soll, sondern auch ein Labor für nachhaltige Zukunftsentwürfe. So können die Hochschulen den ihnen von der Hochschulrektorenkonferenz zugeschriebenen Auftrag gerecht werden, „als Zentren demokratischer Kultur […] zur produktiven Diskussion um die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ beizutragen.

Gemeinsam mit Studierenden, Schülerinnen, politischen Bildner*innen und Zivilgesellschaft werden wir im Sinne einer Public Climate School an Lösungen für die Klimakrise arbeiten.“

Den Aufruf der Wissenschaft kann man hier unterzeichnen: https://studentsforfuture.info/public-climate-school/aufruf-der-wissenschaft/


 

Interessante Publikation: „Der lange Kampf der Amazon-Beschäftigen“

Boewe, Jörn/Schulten, Johannes (2019): Der lange Kampf der Amazon-Beschäftigen. Labor des Widerstands: Gewerkschaftliche Organisierung beim Weltmarktführer des Onlinehandels. Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage. Rosa-Luxemburg-Stiftung. ANALYSEN Nr. 57. https://www.rosalux.de/publikation/id/8529/der-lange-kampf-der-amazon-beschaeftigen

Christy Hoffman, Generalsekretärin UNI Global Union, schreibt im Vorwort:

„Der Konzern setzt den Einzelhandel, den Lebensmittelhandel, die Logistikbranche und andere Bereiche, in denen es noch Gewerkschaften und faire Löhne gibt, unter Druck, indem er Arbeiter*innen ausbeutet und auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse, algorithmisches Management, Subunternehmertum und Automatisierung setzt. … Amazon ist aber nicht nur ein schlechter Arbeitgeber, sondern unterwandert auch auf ganz grundlegende Weise die Demokratie. Der Konzern ist ein weltmeisterlicher Steuerhinterzieher und nutzt jedes erdenkliche Steuerschlupfloch aus. Das zerstört den bodenständigen Einzelhandel, der das Fundament des Steuersystems bildet. Das Unternehmen bedient sich jeglicher Form wettbewerbsfeindlichen Verhaltens und bereichert sich an Drittanbietern, die dazu genötigt sind, seine Handelsplattform zu nutzen. Die Amazon Web Services (AWS) beherrschen mehr als zwei Drittel des weltweiten CloudComputing-Markts und sind damit eine unmittelbare Gefahr für ein freies und offenes Internet. AWS bietet mächtige Technologien wie Gesichtserkennung und künstliche Intelligenz an, die bereits jetzt von Arbeitgeber*innen und Regierungen missbraucht werden. Amazon ist außerdem ein großer Klimasünder, dessen riesiges Netzwerk aus Datenzentren nicht nachhaltig betrieben wird; zudem liefert der Konzern seine AWS-Technologien an die Öl- und Gasindustrie und leistet damit deren Emissionsausstoß Vorschub. Die gute Nachricht ist, dass der Widerstand in der Zivilgesellschaft wächst und dass Regierungen wieder stärker regulieren. Weltweit begreifen die Menschen, dass Big Tech viel zu mächtig geworden ist und dass wir daran etwas ändern müssen.“

Neues Schwerpunktheft der „Industriellen Beziehungen“ erschienen: Digitalisierung und Arbeitsbeziehungen in betrieblichen Arbeitswelten