Etzioni explains Communitarianism in a few minutes

Amitai Etzioni explains Communitarianism in „five minutes“ (in fact in a bit more than 11 minutes…). Great! I have a lot of questions especially regarding the relationship between individual freedom and the strenghts of social norms but nevertheless find this a very interesting and attractive political philosphy.  See the „The Five Minute Communitarian HD video.

Who wants to read more, should have a look at this: http://plato.stanford.edu/entries/communitarianism/

„Eternal austerity makes complete sense – if you’re rich“

„The nice thing about cutting government spending in a highly unequal society, at least for the coalition, is that it doesn’t affect those with most of the assets and income. These folks don’t rely on government services, and their assets and incomes are, thanks to government policy, on the rise once again. They are also the folks that fund elections and show up to vote.“

(Source: Mark Blyth, in: The Guardian, Friday, 15 November); see also: Mark Blyth on twitter

Urteil im Strafprozess des privaten Wasserkonzerns Veolia gegen den Film „Water Makes Money“ – Email der Filmemacher

Am 28.März erging in Paris das Urteil im Strafprozess  des privaten Wasserkonzerns Veolia gegen den Film „Water Makes Money“ . Aus der mündlichen Urteilsverkündung  geht im Wesentlichen Folgendes hervor:

In der Hauptsache wurde die Klage Veolias abgewiesen: Die im Film genannten Fakten werden nicht angezweifelt und dürfen in Water Makes Money weiterhin als „Korruption“ bezeichnet werden. Die Zeugenaussagen vor Gericht und auch Beispiele aus dem Film haben laut Urteil eine ausreichende Faktenlage,  um die Bezeichnung „Korruption“ als gerechtfertigt und nicht diffamierend zu beurteilen.  Hingewiesen wurde in diesem Zusammenhang u.a. auf die im Film gezeigten Interessenskonflikte zwischen Politik und Wirtschaft; die Korruptionsbeispiele aus Grenoble und Montpellier und das Eintrittsgeld in Toulouse.

Leider kam das Gericht dem Konzern aber in einem Punkt entgegen: Die Aussage des Whistleblowers Jean-Luc Touly, man habe ihm eine Million € angeboten, wurde vom Gericht zwar als nicht beweisbar beurteilt. Der „Bestecher“ und der zu Bestechende waren allein.  Doch das Gericht entschied sich für die Version Veolias. Obwohl in der Verhandlung überdeutlich wurde, dass derartige Schmiergelder bei den privaten Wasserkonzernen an der Tagesordnung sind,  muss diese Stelle aus der französischen DVD-Version gestrichen werden.

Darüber hinaus wird eine Unklarheit Jean-Luc Toulys geahndet. Er behauptet an derselben Stelle, er sei mit Prozessen bombardiert worden und habe sie alle gewonnen. Fakt ist, dass er alle gewonnen hat, außer einem. Da wurde er zu 1€ Schadensersatz verurteilt, und zwei völlig unbedeutende Stellen mussten aus seinem Buch gestrichen werden. Verständlich, dass Jean-Luc Touly dies als Sieg empfand. Schließlich konnte das Buch entgegen der Klage seines Arbeitgebers unwesentlich gekürzt erscheinen. Dennoch entschied das Gericht, dass auch diese Stelle aus der französischen DVD-Version gestrichen werden muss. Jean-Luc Touly und der französische Filmverleih werden deshalb zu 1.000€ bzw. 500€ Strafe auf Bewährung verurteilt und müssen darüber hinaus jeweils einen symbolischen Euro an die Kläger bezahlen.

Von der Zensur der Passage sind voraussichtlich nicht die ARTE-Fassung und nicht alle anderen internationalen Versionen des Films betroffen – auch nicht die deutsche. Sie können weiter unzensiert gezeigt werden.

In den bisherigen Medienmeldungen herrscht der Tenor vor: „Wasserkonzern siegt vor Gericht.“ Dies unterschlägt, dass immerhin drei der vier Anklagepunkte Veolias vom Gericht abgewiesen wurden. Außer einer für den Film nicht entscheidenden Passage wird „Water Makes Money“ also durch dieses Gericht bestätigt.

Die Bestrafung der französischen Kollegen und die Zensur des Films sind empörend – insbesondere vor dem Hintergrund der im Gerichtsverfahren mehrfach bestätigten Korruption des privaten Wasserkonzerns Veolia, die gänzlich unbestraft bleibt.

„Water Makes Money“ wird weiter leben, viel aufgeführt werden und helfen, dass eines Tages Korruption so bestraft wird, wie es nötig ist!

P.S.:

Wie viele wohl sicher schon bemerkt haben, griff unmittelbar nach dem Gerichtsverfahren im Februar ein hochprofessionelles Team immer wieder unsere Webseite http://www.watermakesmoney.org  an. Mittlerweile ist nicht nur diese Seite komplett zerstört. Mit Ausnahme von http://www.kernfilm.de,  http://www.wer-rettet-wen.org und http://www.bahnuntermhammer.de,  die bislang nur leicht beschädigt wurden und noch erscheinen können, sind alle unsere anderen Webseiten zerstört. Mit Hilfe von Trojanern haben die Angreifer uns ausgespäht, so dass jetzt auch alle Computer in unserem Studio formatiert werden mussten. Der Schaden verschlingt viele Tausende Euro, und die Folgen dieses Angriffs werden uns noch lange in Atem halten. Wann die Webseite wieder erscheinen kann, ist völlig unklar.

Wir können leider nicht beweisen, wer diesen Vernichtungsfeldzug gegen uns zu verantworten hat. Aber die Frage „Cui bono – Wem nützt es“, ist wohl angebracht! Wir bitten um Geduld und Wachsamkeit und danken für Ihre rege Unterstützung.

Ihr Water Makes Money-Team
Leslie Franke, Lissi Dobbler und Herdolor Lorenz

„So wollen wir leben“ – Bericht des Fortschrittsforums

Das Fortschrittsforum hat einen Bericht mit Handlungsempfehlungen vorgelegt: „So wollen wir leben! Ideen und Handlungsempfehlungen aus dem Fortschrittsforum“.

Hier einige ausgewählte Handlungsempfehlungen:

 

Abstimmung „Public Eye Award“ 2013 läuft

Nominiert für das „übelste Unternehmen des Jahres“ sind folgende Unternehmen:

Repower: Die Bevölkerung Kalabriens will kein gigantisches Kohlekraftwerk neben der Haustür. Repower baut’s trotzdem.
Shell: Shell will in der höchst empfindlichen Arktis nach fossilen Brennstoffen suchen – die Risiken sind enorm.
Coal India: Der weltweit grösste Kohleförderer vertreibt Stammesvölker aus ihrer Heimat. Alleine 2010 starben in den Minen 205 Arbeiter.
Lonmin: Der südafrikanische Minenkonzern instrumentalisierte Polizei und Armee um einen Streik zu brechen. Resultat: 44 Tote.
Goldman Sachs: Hat gegen horrende Gebühren Griechenlands Staatsschulden versteckt und das Land so in den Ruin getrieben.
G4S: Weltgrösster privater Sicherheits-Dienstleister, in zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verwickelt.
Alstom: Alstom besticht weltweit Politiker um an Aufträge zu gelangen und verhindert so wirtschaftliche Entwicklung.“

(Quelle: http://www.publiceye.ch/de/vote)

Die Nomierungen stammen von „über 50 Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt“ (Quelle: www.moneycab.com): Das Institut für Wirtschaftsethik (IWE) der Universität St. Gallen unterstützt den Nominationsprozess der Public Eye Awards, indem es über die Unternehmen Gutachten erstellt hat. Interessant finde ich allerdings folgende Aussage von Florian Wettstein, dem Leiter des IWE, in einem Interview mit der TAZ (am 5.1.2013):

Frage TAZ (Hannes Koch): „Greenpeace Schweiz und die Erklärung von Bern verleihen bald wieder ihren Schmähpreis an unsoziale und unökologische Konzerne. Goldman Sachs trage eine Mitverantwortung für den Ruin Griechenlands und die Eurokrise, lautet eine der Anschuldigungen. Halten Sie diese für zutreffend?“
Antwort Florian Wetterstein: „Die Recherchen zum Verhalten der einzelnen Unternehmen erhalten wir in anonymer Form. Unsere Aufgabe ist es nicht, die darin genannten Fakten zu überprüfen. Da wir beim Verfassen der Gutachten die dahinter stehenden Firmen nicht kennen, müssen wir uns grundsätzlich darauf verlassen, dass die Angaben stimmen. Dies liegt in der Verantwortung der Organisationen, die den Preis verleihen. Unser Mandat besteht darin, die Politik der Firmen im Rahmen der Nominationen wirtschaftsethisch zu bewerten.

Wie kann man denn etwas bewerten, ohne zu prüfen, ob das zu Bewertende tatsächlich zutrifft? Zwar gibt es auf der Webseite des Public Eye Award  Hinweise auf weitere Informationen über die Unternehmen, zu wünschen wäre jedoch noch mehr Transparenz und wissenschaftliche Expertise, auch sollten die Gutachten des IWE öffentlich gemacht werden, um eine bessere Basis für eine eigene Bewertung der Unternehmen (und damit für eine Abstimmung) zu haben.

Videos zu den „übelsten Unternehmen“ finden sich hier: http://www.youtube.com/user/publiceyeawards

Sehenswerte Rede: „Gregor Gysi, DIE LINKE: Reichtum umFAIRteilen“ – und einige Daten

Mehr über die Aktion UmFAIRteilen.

Interessante Daten und Fakten finden sich im Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, den der Paritätische Wohlfahrtsverband dankenswerterweise auf seine Webseite gestellt hat. Nur ein Befund daraus sei hier berichtet:

Weitere interessante Infomationen finden sich bei http://www.sozialpolitik-aktuell.de, wo auf der Seite „Einkommensverteilung: Arbeits- und Haushaltseinkommen, Armut“ unter anderem ebenfalls der Entwurf  des 4. Armuts- und Reichtumsberichts sowie viele weitere Dokumente und Verweise zu den früheren Berichten zusammengestellt sind.

Fast die Hälfte aller Neueingestellten hat einen befristeten Arbeitsvertrag

  • Rund 45 Prozent aller neu abgeschlossener Arbeitsverträge waren im Jahr 2011 befristet (2001: 32 Prozent).
  • „60 Prozent mehr befristete Jobs seit 2001“.
  • „Die Chance, dass aus einem befristeten Job ein Dauerarbeitsplatz wird, liegt … bei etwa 50 Prozent.“

Quelle: Artikel in der ZEIT, siehe auch TAZ, Hannoversche Allgemeine Zeitung oder Spiegel. Die Angaben stützen sich auf Auswertungen des IAB-Panels durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. In Auftrag gegeben wurde die Analyse von Bündnis90/Die Grünen. Gesetzlich ist derzeit eine Befristung auf maximal zwei Jahre „ohne Sachgrund“ möglich. Die Grünen fordern, diese Regelung zu streichen. Die SPD und die DGB-Gewerkschaften, z.B. die IG Metall, fordern dies ebenfalls.