Universität Duisburg-Essen – Einladung zum Gastvortrag von Marcel Thiel: „Im Osten nichts Neues? Gewerkschaftlicher Rückenwind in Ostdeutschland zwischen nachholender Demokratisierung und Union Busting“

Gastvortrag von Marcel Thiel 
„Im Osten nichts Neues? Gewerkschaftlicher Rückenwind in Ostdeutschland zwischen nachholender Demokratisierung und Union Busting“

Dipl.-Psych. Marcel Thiel wird ausgehend von seiner Forschungsarbeit  darüber berichten, wie stark der Rückenwind für die Gewerkschaften in  Ostdeutschland ist, welche zentralen Ursachen und gewerkschaftlichen Organisierungsprozesse ihm zugrunde liegen und welcher Gegenwind diesem entgegenschlägt.
Wir wollen mit den Anwesenden offen über vergleichbare Prozesse und  Erfahrungen in Ost- und Westdeutschland reflektieren und gewerkschaftsstrategische Herausforderungen diskutieren. (Einen Flyer mit Informationen zum Vortrag können Sie hier herunterladen.)

Wann? Mo, 26.10.2015, 18:15 Uhr

Wo? S06 S00 A40, Campus Essen

Veranstalter: Lehrstuhl Arbeit, Personal und Organisation (Prof. Dr. Werner Nienhüser; Dipl. Soz.wiss./M.Sc. Esther Glück)

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Dr. Şafak Tartanoğlu, Uludag University, Turkey: “The Prospects of Gendered Insecurity: Home-Based Garment Work as a Form of Precarious Employment in Turkey“

Dr.  Şafak Tartanoğlu, Uludag University, Turkey, visited the research group of Werner Nienhüser (University of Duisburg-Essen). She gave a great presentation on „The Prospects of Gendered Insecurity: Home-Based Garment Work as a Form of Precarious Employment in Turkey„. The presentation delivered an excellent overview on current research, identified several research gaps and made suggestions how to close these gaps.

Studierende haben „kaum Ahnung von Mitbestimmung“

Studierende hätten von Mitbestimmung kaum Ahnung. „An deutschen Hochschulen lernen künftige Manager alles Mögliche – nur nichts über Sozialpartnerschaft und die Institutionen der Arbeitnehmerbeteiligung“. Das behauptet der in der Zeitschrift „Mitbestimmung“ erschienene Artikel von Mario Müller.
(Quelle: Mitbestimmung 06/2011).

Aesthetic Labor – siehst Du nicht gut aus, siehst Du alt aus – ein Maßanzug hilft aber…

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Ein Wirtschaftsprofessor der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder holt einen thailändischen Schneider nach Deutschland. Er will, dass seine Studenten gut aussehen – dafür benötigen sie Maßanzüge, und die sind nun mal mit thailändischen Löhnen billiger zu haben.

„Der Thailänder Jim reist wie ein Hofschneider an deutsche Unis, um Aufträge für Maßanzüge einzusammeln. Ein gut sitzender Anzug steigert schließlich das Selbstbewusstsein. Ein Professor holte ihn nach Franfurt/Oder – und die Studenten starten nun mit Maßanzügen ins erste Praktikum.“ (Spiegel Online vom 4.5.2011)

Da bekommt der Student – Studentinnen werden in dem Artikel nicht genannt – nicht nur für 265 Euro einen günstigen Anzug, sondern gleich noch eine Lektion über die Vorzüge internationaler Arbeitsteilung: „Deutschland kann Autos und Maschinen – Thailand kann Anzüge“. So zitiert der SPIEGEL Prof. Georg Stadtmann.

Studierende erhalten aber mit dem billigen Maßanzug nicht nur eine körperlich gefühlte Verstärkung einer volkswirtschaftlichen Mainstream-Lehrmeinung. Ihnen wird auch klargemacht, dass Aussehen wichtig ist und wie sie auszusehen haben; nochmal Professor Stadtmann: „Ein Anzug ist nicht nur Berufskleidung, sondern auch eine zweite Haut und ein Statussymbol. Da muss alles gut sitzen. Dann stimmt auch das Selbstbewusstsein, beispielsweise bei der Bewerbung.“

Diese Einschätzung mag empirisch richtig sein. Wie man aber die zunehmende Bedeutung von Aussehen bewertet, ist eine andere Sache. Kritische Wissenschaftler (eine der ersten Publikationen stammt von Warhurst, C., Nickson, D., Witz, A., & Cullen, A. M. (2000). Aesthetic Labour in Interactive Service Work: Some Case Study Evidence from the ‚New‘ Glasgow. The Service Industries Journal, 20(3), 1–18) haben bereits vor einigen Jahren mit dem Konzept von „aesthetic labour“ darauf hingewiesen, dass das Aussehen der Beschäftigten immer mehr der Verwertung unterworfen wird. Die Bedeutung des Aussehens, aber auch wie man spricht, wie man auftritt, gilt nicht nur für Absolventen von privaten „Wirtschaftsuniversitäten“ (um die mehrdeutige Bezeichnung des SPIEGEL zu verwenden), sondern auch bei einfachen Dienstleistungstätigkeiten wie etwa Verkaufstätigkeiten im Einzelhandel (mehr über das Konzept „aesthetic labour“ kann man in Kurzform hier nachlesen: www.workandsociety.com/downloads/bodywork/aeslab.pdf).

Siegfried Kracauer schrieb bereits 1929 über die kapitalistische Mitverwertung des Körpers bzw. seiner Ästhetik; er bezog sich auf die Angestellten in Berlin:

„Die Behauptung ist kaum zu gewagt, daß sich in Berlin ein Angestelltentypus herausbildet, der sich in der Richtung auf die erstrebte Hautfarbe hin uniformiert. Sprache, Kleider, Gebärden und Physiognomien gleichen sich an, und das Ergebnis des Prozesses ist ebenjenes angenehme Aussehen, das mit Hilfe von Photographien umfassend wiedergegeben werden kann. Eine Zuchtwahl, die sich unter dem Druck der sozialen Verhältnisse vollzieht und zwangsläufig durch die Weckung entsprechender Konsumentenbedürfnisse von der Wirtschaft unterstützt wird.
Die Angestellten müssen mittun, ob sie wollen oder nicht. Der Andrang zu den vielen Schönheitssalons entspringt auch Existenzsorgen, der Gebrauch kosmetischer Erzeugnisse ist nicht immer ein Luxus. Aus Angst, als Altware aus dem Gebrauch zurückgezogen zu werden, färben sich Damen und Herren die Haare, und Vierziger treiben Sport, um sich schlank zu erhalten. „Wie werde ich schön?“ lautet der Titel eines jüngst auf den Markt geworfenen Heftes, dem die Zeitungsreklame nachsagt, daß es Mittel zeige, „durch die man für den Augenblick und für die Dauer jung und schön aussieht“. Mode und Wirtschaft arbeiten sich in die Hand.“ (Kracauer, S. 1974: Die Angestellten. Frankfurt/M., S. 25; erstmals 1929 in der „Frankfurter Zeitung“ veröffentlicht).

Aussehen und – weitergehend – Habitus sind offenbar mindestens ebenso wichtig wie fachliche Qualifikation. Für die im SPIEGEL-Artikel genannten Studierenden ist zu vermuten, dass deren Körper der Verwertung nicht nur passiv unterworfen werden, sie drängen selbst, bewusslos, auf Verwertung.

(Bild siehe http://www.flickr.com/photos/houseofduke/2059658642/sizes/o/) Danke.

Resolution – Konjunktur und Hochschulen gemeinsam fördern

Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre (VHB) hat eine Resolution „Konjunktur und Hochschulen gemeinsam fördern “ verabschiedet (mehr).

Call for Paper – Herbstworkshop der Kommission Personalwesen 2009

Herbstworkshop der Kommission Personalwesen 2009
(24. und 25. September an der HSU Hamburg)

Die Vereinbarkeit ökonomischer und sozialer Zielsetzungen ist eine Leitidee der betriebswirtschaftlichen Teildisziplin Personalwirtschaftslehre. Organisatorisch betrachtet impliziert die Vereinbarkeit dieser Zielsetzungen die Beteiligung der Mitarbeiter. Deren Beteiligung kann unterschiedliche Form annehmen:

„Partizipation, Mitbestimmung, Teilhabe“

lautet das Schwerpunktthema des diesjährigen Herbstworkshops. Es gilt – nach mehr als einem halben Jahrhundert betrieblicher Mitbestimmung, drei Jahrzehnte nach Förderung der „Humanisierung des Arbeitslebens“ und der andauernden Debatte um gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von der Erwerbstätigkeit – Bilanz zu ziehen und unsere Forschung in diesem Feld – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der globalen Krise des Finanzsystems – neu zu verorten. Das Spektrum spiegelt sich in der thematischen Offenheit für Beiträge zur Debatte. Beispielsweise:
– Bombenwurf oder Partizipation – Personal- und Organisationsentwicklung
– Konflikt oder Partnerschaft – Mitbestimmung und Management
– Anreiz oder Übernahme – Kapital- und Gewinnbeteiligungen
– Recht oder Pflicht – Arbeitsrecht und gesellschaftliche Verantwortung
– Werk oder Produkt – Anerkennung und Respekt
– Teilhabe ohne Arbeit? – Arbeiten und Essen

Des Weiteren besteht – wie üblich – auch die Möglichkeit der Einreichung von Beiträgen über „freie Themen“ und von Kurzberichten über aktuelle Forschungsvorhaben.

Die Beiträge sind in Form eines anonymisierten Full Papers (max. 25 Seiten) bzw. die Kurzberichte in Form eines Arbeitstitels und einer kurzen Zusammenfassung bis zum 31.07.09 in elektronischer Form (PDF-Datei) bei Simon Fietze (fietze@hsu-hh.de) einzureichen. Die Entscheidung über die Annahme der Beiträge wird bis zum 31.08.09 getroffen. Akzeptierte Beiträge werden rechtzeitig vor der Tagung allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in elektronischer Form zugänglich sein.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Institutshomepage unter http://ipa.hsu-hh.de/herbstworkshop/.

Die Tagung wird an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg stattfinden. Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung (matiaske@hsu-hh.de, Tel.: 040-6541-3800). Sie können sich aber selbstverständlich auch an meinen Mitarbeiter Herrn Simon Fietze (fietze@hsu-hh.de) wenden.

Mit besten Grüßen aus dem Norden
Wenzel Matiaske

 


Management Revue: http://www.management-revue.org

Kommission Personal im VHB: http://ipa.hsu-hh.de/kommissionpersonal

Helmut-Schmidt-Universität
University of the Federal Armed Forces Hamburg
Faculty of Economics and Social Sciences
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„University, Failed“

Interessante Beiträge zu einer kritischen Analyse der Organisation „Universität“ findet man in der neuen Ausgabe von „Ephemera“ (Vol 8, No. 3, 2008). Unter anderem schreibt Burkard Sievers über die „psychotische Universität“. (Quelle: Das Bild stammt von der Webseite der Zeitschrift.)