Buch erscheint am 5.11.2018: „Was Menschen über Mitbestimmung denken. Empirische Analysen“

Nienhüser, Werner; Hoßfeld, Heiko; Glück, Esther (2018): Was Menschen über Mitbestimmung denken. Empirische Analysen. Baden-Baden: Nomos. (Link auf die Verlagsseite)

„Die Deutschen bewerten Mitbestimmung im Allgemeinen und auch die Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen sehr positiv. Allerdings wissen sie wenig über die Mitbestimmung in Betrieben und Unternehmen. In vielen Einstellungsbefragungen setzt man voraus, dass die Befragten über den jeweiligen Sachverhalt Bescheid wissen und darunter dasselbe verstehen wie die Fragenden. Die vorliegende Untersuchung von 3.203 zufällig ausgewählten Personen nimmt Abstand von dieser Voraussetzung. Sie erfasst zunächst, was die Befragten mit dem Begriff „Mitbestimmung“ assoziieren. Anschließend bewerten die Befragten ihre eigenen Assoziationen als positiv, neutral oder negativ. Auf diese Weise wird erfasst, was sich die Menschen inhaltlich unter Mitbestimmung vorstellen und welche Einstellung sie dazu haben. Ergänzend wurden die Einstellungen zur Mitbestimmung durch die Zustimmung oder Ablehnung zu vorgegebenen Aussagen erhoben. Zudem wurden 41 qualitative Interviews mit jüngeren Menschen geführt.“ (Klappentext, siehe Link auf die Verlagsseite) (Siehe auch www.einmit.de)
Advertisements

Arbeitswelten der Zukunft – Interview mit Stefan Lücking zum Wissenschaftsjahr 2018

Stefan Lücking stellt Szenarien über die Arbeitswelt der Zukunft vor und betont die Rolle von Regulierungen (Vereinbarungen). Mehr findet man hier: https://www.wissenschaftsjahr.de/2018/neues-aus-den-arbeitswelten/

„Neues ökonomisches Denken“

Zum „Neuem ökonomischen Denken“ findet am 29. Oktober von 16-18 Uhr auf dem diesjährigem NRW-Dialogforum  ein Panel statt. Dort stellen sich vier junge Institutionen vor, die  sich einer pluralen Ökonomik verschrieben haben und in den letzten  Jahren u. a. in NRW entstanden sind. In einem World Café soll  diskutiert werden, wie diese zu einer besseren Bildungs- und  Wissenschaftslandschaft in Bezug auf ökonomisches Denken beitragen und  welche institutionellen Herausforderungen sich hierbei stellen.

Folgende Institutionen kann man im World Café kennenlernen:
Master Plurale Ökonomik, Universität Siegen
Cusanus Hochschule, Bernkastel-Kues
Institut für Sozioökonomie, Universität Duisburg-Essen
Institut für zukunftsfähige Ökonomien, Bonn

Neben diesem Programmpunkt findet am 29. Oktober ab 10 Uhr eine  
Keynote und eine Podiumsdiskussion mit ausgewählten Referent*innen  
statt. Weitere Informationen finden auf  
http://nrw-dialogforum.de/programm-2018

„Wie gefährlich ist Demokratie für Unternehmen?“ – Vorschau auf eine Veranstaltung der AfA Bonn-Beuel

Vortragen werde ich meinen Vorschlag, Betriebsräte gesetzlich verpflichtend zu wählen, siehe dazu meinen Beitrag hier auf diesem Blog mit weiteren Verweisen. Es gibt seit einiger Zeit einen Vorstoß der LINKEN in diese Richtung, siehe dazu meinen Beitrag ebenfalls auf diesem Blog.

Das Foto des Plakats habe ich von der Facebook-Seite des Veranstalters, daher verweise ich ausnahmsweise auf eine Facebook-Seite: https://www.facebook.com/AfA-Bonn-und-Beuel-1180345008762482/.

 

„Linksfraktion will mehr Rechte für Betriebsräte“

„Die Fraktion Die Linke will Betriebsratswahlen erleichtern und Betriebsräte besser schützen. Ein dazu vorgelegter Antrag (19/860) stand am Donnerstag, 15. März 2018,auf der Tagesordnung des Bundestages. Nach 45-minütiger Debatte wurde der Antrag zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Arbeit und Soziales überwiesen.“ (https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw11-de-betriebsratswahlen/546370).

Die Beratung des Antrages kann man hier anschauen: https://webtv.bundestag.de/player/macros/bttv/hls/player.js?content=7210165&phi=default. Der Antrag wurde in den zuständigen Ausschuss verwiesen.

Die Anhörung des Ausschusses fand am 25.6.2018 statt. Gegenstand der Anhörung waren der Antrag 19/860    – Antrag der Fraktion DIE LINKE sowie der Antrag 19/1710  der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (siehe auch hier). Die Dokumente, u.a. die Stellungnahmen der Sachverständigen, kann man hier finden: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw11-de-betriebsratswahlen/546370#tab-556698

Die Anhörung kann man sich hier anschauen: https://dbtg.tv/cvid/7246761

Zum Teil recht ähnliche Vorschläge wurden bereits 2014 eingebracht und 2015 beraten: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw42_pa_arbeit/387142

 

Interesting blogpost: „Business Is Not a War, a Jungle, a Machine, or a Game“

John Budd published an interesting piece on his Blog „Wither Work?“  titled „Business Is Not a War, a Jungle, a Machine, or a Game: Rejecting Narratives that are Unhealthy for Work and Workers„.

„In fact, there are many war metaphors used in business: in addition to the “war for talent,” we can see references to competitors as the enemy, strategies as plans of attack, cash as a war chest, competition as a battle (“capture market share”), sometimes even employees as troops (“rally the troops”). All of these portray business as focused on beating the competition rather than producing an excellent product or service and make it legitimate to do this by any means necessary. War metaphors make it seem necessary for business to adopt hierarchical, authoritarian, military-like chains of command. All of these should be rejected. Business should be viewed as focused on excellent products and services, not winning. Business requires cooperation, shared interests, and agreed-upon rules of conduct, not war.“

John Budd criticises not only the use of war metaphors, but also of jungle, maschine or game metaphors. Metaphors are often used in situations with conflicting interests. For instance, an article by Heiko Hoßfeld (2013) shows how companies use metaphors in „downsizing“ practices. „Downsizing measures like theirs are often met with resistance if they conflict with the interests, values or worldviews of stakeholders.“ He analyses in an empirical case study, how two German banks, undertaking massive staff and cost reductions, „use their own mass communication media to create, with the aid of metaphors, a legitimizing image of their practices.“ John Budd 2011) has published an interesting book about the different ways we speak about, conceptualize and view work. It makes, for instance, a difference whether we view work as a commodity or a social relationship, these different views have a material basis, but they are also powerful social constructions influencing how we perceive and experience our work and how we communicate our experiences.

On the one hand: Using language means using metaphors, we can’t avoid metaphors (Lakoff & Johnson, 1980). This means, on the other hand, the more we should reflect and criticise their use, in particular in the field of employment relations, a politically „contested terrain“ (Edwards, 1979) or „contested exchange“  (Bowles & Gintis, 1990).

A final remark: It would be interesting to analyse not only the use of metaphors – how we speak about work or the employment relationship -, but also the use which pictures (images), mainly photographies regarding these subjects. I think, how we perceive objects, is more and more influenced by pictures we see on TV, especially on the internet. The more abstract such objects are, the stronger is the influence. How we conceptualize an object as „Personnel“ could be influenced by the pictures we see on the internet when we search for „Personnel“ or related terms. This is a new question, which goes beyond this blog post, but I want to illustrate this idea with a (selective) screenshot of the pictures resulting from a Google picture search for „Personnel“. What do we see? How do these pictures influence our cognitive conceptualization of „Personnel“, when we see them very often? … I will come back to this topic.

References

  • Bowles, S., & Gintis, H. (1990). Contested Exchange: New Microfoundations for the Political Economy of Capitalism. Politics and Society, 18(2), 165–222.
  • Budd, J. W. (2011). The thought of work. Ithaca, N.Y: ILR Press.
  • Edwards, R. C. (1979). Contested Terrain: The Transformation of the Workplace in the Twentieth Century. New York: Basic Books.
  • Hoßfeld, H. (2013). Corporate Dieting. Persuasive Use of Metaphors in Downsizing. Management Revue, 24(1), 53–70.
  • Lakoff, G., & Johnson, M. (1980). Metaphors we live by. Chicago et al.: University of Chicago Press.

Interessanter Blogbeitrag von Jürgen Weibler: „Sklaverei ist längst nicht Geschichte“

Auf dem Blog http://www.leadership-insiders.de  findet sich ein interessanter Beitrag über eine extreme Form der Ausbeutung: Sklaverei. Der Autor, Jürgen Weibler, weist darauf hin, dass Sklaverei keineswegs überwunden ist:

„Laut dem Global Slavery Index (GSI) fristeten in 2016 40.3 Millionen ihr Dasein in ausgelieferter Unfreiheit (davon 24.9 Mio. in Zwangsarbeit), wobei andere Schätzungen in Ermangelung einer verbindlichen Rechtsdefinition Werte zwischen 12 und 250 Millionen ausweisen.“ (https://www.leadership-insiders.de/sklaverei-ist-laengst-nicht-geschichte-fuehrungswissen-zum-mitreden)

Der Autor diskutiert – unter Verwendung von Literatur, deren Lektüre mir sehr lohnend erscheint – u.a., wie Unternehmen in die Verantwortung genommen werden können. Dazu könnten gesetzliche Regelungen zweckmäßig sein, die Unternehmen verpflichten, ihre Maßnahmen gegen Sklaverei zu dokumentieren. Im US-Bundestaat Kalifornien gelten bereits entsprechende Vorschriften.

Solche Maßnahmen sind eine gute Sache. Aber muss man nicht weitergehen? Ich will zwei Punkte zur Diskussion  stellen:

(1) Im Artikel wird auf die Berichte hingewiesen, die über die Unternehmen erstellt und dann veröffentlicht werden (http://www.ipoint-systems.com/newsroom/news-detail/companies-anti-slavery-performance-improves-ipoint-funded-study-reveals). Interessant wäre allerdings nicht nur die Veröffentlichung der Namen derjenigen Unternehmen, die bei der Erfüllung dieser Berichtspflichten gut abschneiden, sondern auch die Nennung der Namen der Unternehmen, die schlecht abschneiden. Für Unternehmensberatungen mag es sinnvoll sein, (gegen ein sicher nicht geringes Entgelt) entsprechende Reports zu erstellen und diejenigen Unternehmen hervorzuheben, die den Kriterien in hohem Maße entsprechen. Nähme man das Gebot der Transparenz allerdings ernst, würde man die Bewertungen aller Unternehmen  veröffentlichen.

(2) Wie kämen solche Regelungen, wie sie in dem Artikel zu Recht befürwortet werden, in einem Fall wie der Sklaverei in Katar zum Tragen, wären sie wirksam? Nicht nurAmnesty weist darauf hin: „… im Golfstaat Katar [werden] Tausende Arbeitsmigranten ausgebeutet [..], um die Infrastruktur für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 aufzubauen. In einigen Fällen kommen die Arbeitsbedingungen in Katar Zwangsarbeit gleich. Der Fußballweltverband FIFA weiß von diesen Menschenrechtsverstößen und hat bisher dennoch dabei versagt, eine weitere Ausbeutung von Arbeitsmigranten zu verhindern“ (https://www.amnesty.de/2016/3/31/katar-ausbeutung-von-arbeitsmigranten-fuer-fussball-wm-2022). Die FIFA weist die Verantwortung interessanterweise den Unternehmen zu; ihr Präsident Blatter sagte am 2.12.2014 laut The Guardian: „Speaking during a visit to Sri Lanka, the Fifa president said the workers were employed by companies from Germany, France and other European countries and ‚they are responsible for their workers and not Fifa'“ (https://www.theguardian.com/football/2014/dec/02/sepp-blatter-fifa-responsibility-workers-qatar-world-cup). Wer profitiert vom Geschäft mit der Weltmeisterschaft, von den Bauprojekten etc.? Die FIFA gewiss, zudem viele deutsche Unternehmen (eine Beschreibung einiger Aktivitäten und Verweise auf Stellungnahmen von Unternehmen, aber auch der FIFA, hat Human Rights Watch gesammelt; vgl. https://business-humanrights.org/en/who-is-doing-what-qatar-2022). Wie kann wie dem Fall von Katar vorgegangen werden? Diese Frage ist sicher nicht leicht zu beantworten. Aber Regelungen, die Unternehmen dazu verpflichten, Maßnahmen gegen Sklaverei lediglich zu berichten, sind allein kaum ausreichend.

Quelle des Blogbeitrages: https://www.leadership-insiders.de/sklaverei-ist-laengst-nicht-geschichte-fuehrungswissen-zum-mitreden/