Neue Publikation: Werner Nienhüser: „Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann“

Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann

„Die Kernthese des Beitrages lautet: Die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen der Beschäftigten haben sich in den letzten Jahrzehnten verschlechtert. Eine wesentliche Ursache hierfür ist der kollektive Machtverlust der Arbeitnehmerseite. Politisch-praktisch gewendet: Wenn es gelänge, die kollektive Macht auszuweiten, dann könnten die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen verbessert werden – die Beschäftigten könnten ihre Interessen besser durchsetzen“ (S. 233).

Ausgehend von machttheoretischen Überlegungen werden die Veränderungen in den Machtkonstellationen und deren Folgen bezogen auf die letzten Jahrzehnte skizziert. Ausgehend von der Situationsbeschreibung werden dann machttheoretisch geleitete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Handlungsmöglichkeiten sind insb. folgende: Erhöhung des gewerkschaftlichen Organisationsgrades, alternative Organisationsformen wie Genossenschaften, Ausweitung der Arbeitnehmermitbestimmung und der überbetrieblichen Wirtschaftsdemokratie. Eines ist klar: „Würde man versuchen, die hier vorgeschlagenen Möglichkeiten in die Tat umzusetzen, dann müsste man mit erheblichem Widerstand der Arbeitgeberverbände, Unternehmensleitungen und wirtschaftsnaher Parteien rechnen. Denn wenn es um die Verschiebung von Machtrelation geht, sind Konflikte zu erwarten“ (S. 249).

Quelle und weitergehende Informationen: Nienhüser, Werner (2014): Arbeit – Macht – Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann. In: Vedder, G./Pieck, N./Schlichting, B./Schubert, A./Krause, F. (Hg.): Befristete Beziehungen. München, Mering: Hampp, S. 233–252. (PDF des Beitrags zum download). Danke an den Rainer Hampp-Verlag und die Herausgeber, den Aufsatz online stellen zu dürfen.

Werbeanzeigen

Robert Reich

„According to the Institute for Policy Studies, the $26.7 billion of bonuses Wall Street banks paid out last year would be enough to more than double the pay of every one of America’s 1,085,000 full-time minimum wage workers.“

via Robert Reich.

Stress und Finanzialisierung

Ronald Hartz (http://www.kritische-organisationsforschung.de/?p=1153) weist auf folgenden Report hin:

Die Befunde sind deutlich: Die Belastungen am Arbeitsplatz sind erheblich; eine Besserung zeichnet sich nicht ab. Zu ähnlichen Befunden kommen die

Eine gute Ursachenanalyse kann man von Prof. Friedhelm Hengsbach, Theologe, Priester und Wirtschaftswissenschaftler, in der Redezeit (WDR 5; (Sendung vom 01.02.13),  Moderation: Ralph Erdenberger) hören:

Als MP3-Podcast kann man die Sendung hier herunterladen und anhören.

„Union decline and rising inequality in two charts“

The lower the “countervailing power” of labor unions, the higher the inequality (see the two charts by Colin Gordon, http://www.epi.org/blog/union-decline-rising-inequality-charts).

It would be interesting to find out, (i) which causal mechnismus is responsible for this statistical relationship and which direction the causality has, (ii) whether we would find the same relationship for other countries as well, and (iii) if it still exists when one controls for other possible causes of inequality.

Macht! am Beispiel des Films „Water Makes Money“

Die Macher des Filmes „Water Makes Money“ schreiben dies:

„Nach Paris Berlin?

Den Klägern gegen den Film „Water Makes Moneybläst ein scharfer Wind ins Gesicht.  Veolia kann in Berlin die 1,3 Mrd. € schwere Profitmaschinerie der letzten 10 Jahren auf der Basis der öffentlichen Wasserversorgung nicht mehr hinter Geheimverträgen verstecken. Die Berliner haben in einer Volksabstimmung die Aufdeckung dieser Verträge mit Gesetzeskraft verfügt. Und schon passiert das, was der Film an den Beispielen Paris, Bordeaux und Toulouse zeigt: Wache Juristen decken die juristischen Untiefen und Tricks im Konsortialvertrag auf, die es den Globalplayern erlauben, Milliarden aus der kommunalen Wasserversorgung zu generieren. So hat sich jetzt in Berlin Hans-Peter Schwintowski, Leiter des Instituts für Energie- und Wettbewerbsrecht an der Berliner Humboldt-Universität, gemeldet und darauf hingewiesen, dass eine saubere juristische Bewertung der Verträge keinen anderen Schluss zulässt, als dass sie von vornherein ungültig sind. Die Gewinngarantie in den Gegeimverträgen sei faktisch eine EU-genehmigungspflichtige Beihilfe und die Ausschreibung für den Vertrag sei auch nicht rechtsgültig gewesen. Damit sei die Teilprivatisierung der Wasserversorgung in Berlin von vorn herein ungültig, der Rekommunalisierung der Weg geebnet. Der Kaufpreis von rund 1,8 Mrd. € müsse dann zwar an Veolia&Co zurückgezahlt werden, doch auch die Gewinne, immerhin 1,3 Mrd. €, müssen zurück gezahlt werden.

Noch ist es in Berlin noch nicht so weit mit der Rekommunalisierung. Aber der wichtige Anfang ist gemacht wie damals in Paris, Bordeaux vor 5 Jahren…..

Die Öffentlichkeit ist wach

Ganz, ganz herzlichen Dank an alle, die unsere Nachricht von der juristischen Attacke Veolias gegen Water Makes Money aufgenommen und weitergeleitet haben! Es ist einfach wunderbar, wie die Zivilgesellschaft unabhängig denkender und zum verantwortlichen Handeln bereiter Menschen in letzter Zeit an Kraft und Breitenwirkung zugenommen hat. Die Nachricht hat so eine wahre Welle öffentlicher Wahrnehmung ausgelöst, in Frankreich wie in Deutschland und den Nachbarländern. Die TAZ, das Hamburger Abendblatt, die Stuttgarter Zeitung, die Berliner Morgenpost, die Junge Welt, die Badische Zeitung in Deutschland, Rue 89, Tele Premiere, Télérama in Frankreich sind nur Beispiele des gewaltigen Echos in der Presse. Auch von TV-Redaktionen wurde bereits Interesse angemeldet, über den Fall zu berichten. Und ein Blick auf unsere Karte zeigt: Es gibt jetzt enorm viele neue Aufführungen des Films – wunderbar!!!!!!

Verdeckte Karten

Auf welche konkreten Punkte im Film sich die Klage Veolias bezieht, wird offiziell erst im Prozess eröffnet. So kann es der Konzern vermeiden, sich rechtzeitig in die „Karten“ schauen zu lassen. (Nach deutschem Recht wäre das gar nicht möglich!) Unter dem Eindruck der großen Öffentlichkeit wurde der VEOLIA Anwalt inzwischen jedoch konkreter: Man wolle einen angemessenen Schadensersatz  für die Verleumdung des Konzerns einklagen. Man klage gegen den Vorwurf der Korruption, vor allem die Verwendung des Begriffs „Korruption“ im Film.

Die Bestechung gewählter Gemeindevertreter, die Besetzung von EU-Gremien mit Konzern-Vertretern, die über die eigene Beauftragung entscheiden, Berichte über die Einladung hoher Staatsbeamter und Ausschussmitglieder auf Yachten in St. Tropez kurz vor der Entscheidung einer milliardenschweren Ausschreibung, all diese und andere Beispiele im Film sollen nichts mit „……..“ zu tun haben?

Aber man muss wohl sowieso davon ausgehen, dass VEOLIA zum Prozess noch einige andere Klagepunkte präsentieren wird.

Das Zittern beginnt

Grundsätzlich ist es phantastisch, wie sich ARTE in dieser Situation verhält. Der Programmdirektor gibt ein Interview: „Wir stehen hinter dem Film“. ARTE France richtet am 23.2.2011 eine große Pressekonferenz zu „Water Makes Money“ aus im Auge der „Macht“ in Paris!

Doch seit der „Patron“ (Ceo) von Suez bei der Präsidentin von ARTE anrief, um gegen die Sendung des Films zu protestieren, gibt es einen großen Druck auf den Sender. Wenn ein Boss eines Weltunternehmens nichts wichtigeres zu tun hat, als gegen die Sendung von Water Makes Money zu intervenieren, ist das natürlich eine große Ehre für den Film! Aber es zeigt auch, wie wichtig es diesen Konzernen – jedem auf seine Weise – ist, den Film aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Im Gegensatz zum NDR, bei dem nach Angaben von VEOLIA 2006 eine Intervention des Konzerns genügte, um den Vorgängerfilm „Wasser unterm Hammer“ von der Mattscheibe zu verbannen, steht ARTE und seine Präsidentin hinter Water makes Money und dem Sendetermin am 22.3.2011!

Doch der nächste Anruf, die nächste Attacke kommt bestimmt.

Aus Vergangenem lernen

Das Vorgehen von Globalplayern der Weltwasserwirtschaft gegen unliebsame Dokumentarfilme ist leider kein Einzelfall. So wurde der Film „Flow“ nach der Ausstrahlung in ARTE von SUEZ verklagt. In der ersten Instanz hat der Film gewonnen. Doch Suez hat bereits Berufung eingelegt….

Was bei dem Verleumdungsprozess mit Schadensersatzforderungen gegen Water Makes Money möglich ist, zeigt dieser Tage auch das Beispiel des Canal+ Autors Denis Robert. Auch er wurde in Paris wg. Verleumdung angezeigt und schließlich mit hohen Schadensersatzforderungen eingedeckt, als er die Geldwäsche bei Clearstream aufdeckte. In den Verfahren trieb der Konzern ihn an den Rand des Wahns und Ruins. Er verlor in allen Instanzen. Erst jetzt, nach 10 Jahren, hat ein Kassationsgericht festgestellt, dass all seine Darstellungen im wesentlichen richtig waren!

Der Umgang der französischen Justiz mit Journalisten wurde von europäischen Instanzen immer wieder gerügt.

Bis der Prozess gegen „Water Makes Money“ eröffnet wird, kann es noch ein Jahr dauern. Lassen Sie nicht zu, dass Water makes Money ein neuer Fall Clearstream wird! Deshalb gilt weiterhin:

Verbreiten Sie diese Infos weiter!

Jede weitere Aufführung des Films, jede bestellte DVD machen Veolia und Suez einen Strich durch die Rechnung!

Informieren Sie Ihre Freunde, Bekannten und die Medien über den ARTE-Sendetermin am 22.3. um 20h40! Je mehr Menschen diesem Termin „entgegenfiebern“, desto sicherer wird er. Und der 22.3. 20h40 soll ARTE den Zuschauererfolg bescheren, den dieser Sender, die zuständigen Redakteure schon jetzt mehr als verdient haben!

Herzlichen Dank an alle, die diesen Fall in Erinnerung halten!

Falls Sie noch nicht auf dem Verteiler sind oder sonstige Fragen haben, schreiben Sie an film@watermakesmoney.org

Ihr Water Makes Money – Team“

(Quelle: Rundmail der Autoren)

„Water Makes Money“ – der Film soll verboten werden

Ich gebe hier den Text einer Email wieder. Den Aufruf halte ich für unterstützenswert; ich habe bereits für die Erstellung des Films (einen kleinen Betrag) gespendet. Der Text ist auch auf der Webseite: http://www.watermakesmoney.com/ nachzulesen.

„Nach der bisher überaus erfolgreichen Verbreitung des Films „Water Makes Money“ In Form von über 200 (Kino)-Vorführungen und mehr als 1000 DVDs, hat der im Film kritisierte französische Konzern VEOLIA in Paris gegen den Film Klage wegen „Verleumdung“ eingereicht. Noch ist nicht klar, was konkret man uns vorwirft. Der Konzern hat dennoch bereits erreicht, dass die französische Staatsanwaltschaft dem Antrag Veolias stattgegeben und einen Untersuchungsrichter bestellt hat. Dieser lässt jetzt mit Hilfe eines auch auf Deutschland ausgeweiteten Rechtshilfeersuchens polizeilich ermitteln.

Bis der Prozess eröffnet wird, kann es noch einige Zeit dauern. Noch darf der Film gezeigt werden. Und noch hält ARTE an der Planung fest, eine TV-Fassung am Internationalen Wassertag, am 22.3.2011 um 20h15 auszustrahlen. Doch ein Ausstrahlungs- bzw. Aufführungsverbot ist künftig nicht auszuschließen.

Veolias Versuch, unliebsame Filme aus der Öffentlichkeit zu verbannen, hat bereits Tradition. Als Leslie Franke und Herdolor Lorenz es 2005 wagten, in einem mit dem NDR koproduzierten Film („Wasser unterm Hammer“) über die Praxis der Geheimverträge bei der Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke aufzuklären, wurde der Konzern beim NDR vorstellig. Er erreichte nach eigenen Angaben sogar im Einvernehmen mit ARD-Chefredakteur Volker Herres, dass der Film nicht mehr ausgestrahlt werden durfte. Und das, obwohl der Dokumentation kein einziger inhaltlicher Fehler nachgewiesen werden konnte.

Wohl wissend, was es bedeutet, die Praktiken eines weltweit tätigen Konzerns zu durchleuchten, wurde für Water Makes Money praktisch jedes Wort von Anwälten in Hamburg und Paris hin- und hergewendet und überprüft. Auch bei ARTE wurde jeder Fakt noch einmal gegengeprüft. Dennoch wird sicherlich nicht allein auf juristischem Feld entschieden, ob es Veolia mit seiner Klage gelingt, dass der Film aus den Kinos und von den Bildschirmen verschwindet.

Dies wird ein Kampf David gegen Goliath. Selbst wenn wir in der ersten Instanz gewinnen, kann Veolia ohne öffentlichen Druck in die nächste gehen, und wenn nötig in die über- und übernächste. Für Veolia sind die Kosten solcher Verfahren Peanuts. Für Leslie Franke und Herdolor Lorenz kann das von Instanz zu Instanz potenzierte finanzielle Risiko aber ruinös werden.

Deshalb rufen wir auf: Lassen Sie nicht zu, dass Veolias Attacke auf „Water Makes Money“ unbeobachtet bleibt! Verhindern Sie, dass Großkonzerne Kritik an ihrem Geschäftsgebaren unterdrücken können! Verbreiten Sie die Infos über diese Attacke auf die Pressefreiheit über Ihre Netzwerke, so weit Sie können! Nutzen Sie Ihre Kontakte zur Presse, um diesen Fall breit in die Öffentlichkeit zu bringen! Wenn Sie von der Presse sind, bestellen Sie eine Ansichts-DVD, berichten Sie über den Fall!

Der Film „Water Makes Money“ darf noch verbreitet werden, kann noch aufgeführt werden: Machen Sie Veolia einen Strich durch die Rechnung! Die Infos des Films müssen noch breiter in die Öffentlichkeit – Organisieren Sie eine Aufführung des Films! Wenn Sie WMM schon gesehen haben, verschenken Sie die DVD! Helfen Sie mit, den Film möglichst weit zu verbreiten!

Leslie Franke, Herdolor Lorenz und Achille Du Genestoux haben jetzt schon hohe Anwaltskosten und viele andere Aufwendungen, um der Klage zu begegnen. Jede Aufführung, jede bestellte DVD, und immer noch jede Spende auf unserer Webseite rechts oben können auch helfen, die finanziellen Folgen abzumildern. … Falls Sie noch nicht auf dem Verteiler sind oder sonstige Fragen haben, schreiben Sie an film@watermakesmoney.org – Ihr Water Makes Money – Team“ (Quelle: Email von film@watermakesmoney.org, siehe auch http://www.watermakesmoney.com/).

Das Bild oben stammt von der Webseite: http://www.circleofblue.org. Hier die genaue Seitenangabe mit der Bildquelle.

Neue Publikation – Power in Organizations – Power of Organizations

In der Management Revue (4/2009) ist ein Schwerpunktheft zum Thema „Macht in Organisationen – Macht von Organsiationen“ erschienen.

Special Issue: Power in Organizations – Power of Organizations Herausgegeben von Axel Haunschild, Werner Nienhueser und Richard Weiskopf

Inhalte

  • Axel Haunschild/Werner Nienhueser/ Richard Weiskopf: Editorial: Power in Organizations – Power of Organizations (download als PDF)
  • Stewart Clegg: Bureaucracy, the Holocaust and Techniques of Power at Work
  • Claudia Groß/Nicole Jung: Challenging the Conventional Wisdom on ‚Enterprise‘: Control and Autonomy in a Direct Selling Organization
  • Christoph Dörrenbächer/Mike Geppert: Micro-political Games in the Multinational Corporation: The Case of Mandate Change
  • Elaine Farndale/Veronica Hope-Hailey: Personnel Departmental Power: Realities from the UK Higher Education Sector
  • Thomas Diefenbach/Rune Todnem By/Patricia Klarner: A Multi-dimensional Analysis of Managers‘ Power – Functional, Socio-political, Interpretive-discursive, and Socio-cultural Approaches