Call for Papers – 5. Workshop ‚Kritische Organisationsforschung‘: „Ästhetik und Organisation – Inszenierung und Ästhetisierung von Organisation, Arbeit und Management“

Der fünfte Workshop des Forums „Kritische Organisationsforschung“ findet am 5.-6. Oktober 2017 an der Universität Duisburg-Essen statt. Die Organisatoren sind PD Dr. Ronald Hartz, (Technische Universität Chemnitz), Prof. Dr. Werner Nienhüser (Universität Duisburg-Essen) und Jun.-Prof. Dr. Matthias Rätzer (Technische Universität Chemnitz).

Die diesjährige Tagung widmet sich dem Thema „Ästhetik und Organisation“.

„Die folgenden Felder lassen sich als erste Orientierung für mögliche Einreichungen von Beitragsvorschlägen verstehen, andere Perspektiven sind dabei selbstverständlich willkommen:

  • Ästhetischer Kapitalismus“? Denkbar sind Arbeiten, welche nach dem Stellenwert und der Reichweite der Diagnose eines „ästhetischen Kapitalismus“ fragen. Welche Phänomene geraten in den Blick, was wird, etwa bezogen auf organisationale Praktiken im globalen Maßstab, ausgeblendet? Wie ist das Verhältnis von Rationalisierung und Ästhetisierung in historischer Perspektive zu denken?

  • Ästhetisierung und Inszenierung von Organisation: Wie werden Organisationen im Sinne einer ‚ästhetischen Kohärenz‘ hervorgebracht? Welche Rolle spielen Artefakte, Achitektur, Raum, Sprache, Events etc. bei der Inszenierung von Organisationen? Wo zeigen sich Brüche oder auch das Scheitern von ‚Kohärenz‘? In welchem Verhältnis steht dabei die Inszenierung von Organisation zum Bereich des Nicht-Sichtbaren oder -Sagbaren, etwa im Sinne einer machtvollen ‚Aufteilung des Sinnlichen‘ (Rancière 2006)?

  • Ästhetische Arbeit und Ästhetisierung von Arbeit: Unter anderem im Anschluss an die Arbeiten zur ‚aesthetic labour‘ (Tyler und Taylor 1998, Hancock und Tyler 2000, Warhurst et al. 2000, Witz et al. 2003) rücken hierbei Phänomene wie äußeres Erscheinungsbild, körperliches Auftreten und Sprache bis hin zur Diskriminierung i.S. eines „lookism“ in den Fokus. Beschäftigte werden zu ästhetischen Stellvertretern des Unternehmens. Zugleich stellen sich Fragen nach dem Verhältnis von ‚Frontstage‘ und ‚Backstage‘, Gender und Organisation sowie der Kontrolle und Subsumtion von Arbeit.

  • Gibt es eine ‚ästhetische Theorie der Organisation‘ und was wären deren Implikationen? Anschlüsse sind hier sowohl in rein konzeptioneller Hinsicht (z.B. die Organisation als performativer Akt) als auch in (organisations)analytischer Perspektive (bspw. aus den Methoden der Theaterwissenschaft) denkbar. Als weitere Perspektive wären hier ebenso die phänomenologischen Folgen eines entsprechenden Zugriffs auf Organisationen, ihre Umwelt und die Individuen in ihnen von Interesse.

  • Ästhetik und Ästhetisierung von Kritik, Widerstand und Subversion: In historischer Perspektive erweist sich der Rekurs auf Ästhetik, etwa in Form der ‚Künstlerkritik‘ (Boltanski/Chiapello 2006) auch immer als eine Perspektive des Widerstands gegenüber den Anrufungen des Marktes und der Rationalisierung, etwa als Anspruch auf Kreativität und Authentizität und als Hinweisen auf gesellschaftliche Kontingenz. Insofern eine zunehmende „Verzahnung und strukturelle Stützung von Ästhetisierungs- und Rationalisierungsprozessen“ (Reckwitz 2015: 49) diagnostiziert wird, stellt sich die Frage nach dem Stellenwert und den Möglichkeiten ästhetischer Kritik und der Ästhetisierung von Widerstand neu, so etwa auch in den Bereichen alternativer Ökonomien und sozialer Bewegungen.“ (Quelle: Call for Papers; Quelle des 1. Bildes: https://bilderderorganisation.wordpress.com/2017/01/28/brutalismus-hassliche-architektur/; Bild 3: https://de.wikipedia.org/wiki/Burning_Man), Bild 3: Jan Pervovschi; http://www.strozzina.org/artpriceandvalue/perjovschi.html)

Mehr dazu finden Sie hier im Call for Papers und auf der Webseite „Kritische Organisationsforschung“. Siehe auch https://bilderderorganisation.wordpress.com.

 

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Disturbing art against destructive working conditions: „Fashion Victims“ Street Art

Disturbing art against destructive working conditions:

„With explosive action and the strong emotional content of this Spanish artist Yolanda Dominguez reminds Madrid the death of 1,127 textile workers underpaid, which took place following the collapse of a building, Rana Palace in Dhaka, Bangladesh, in April.

The artist has called the work “Fashion Victims” referring to “workers in slavery, child labor, and to the millions of people harmed by pollution of the factories in the countries of production.”“ (Source: https://condignart.com/2013/06/09/fashion-victims-street-art-referring-to-workers-in-slavery-and-child-labor/)

One of the worst forms of exploitation: Forced child labour

pepbonet„As part of the Modern-Day Forms of Slavery group project, a photojournalistic investigation by NOOR, Pep Bonet focuses on the issue of child labour and exploitation in Bangladesh where there are nearly 5 million children between the age of 5 – 15 working in hazardous conditions in factories, garages and homes, in railway stations and markets, in small foundries — many for little or no pay at all. Many boys and girls who work do not have access to education and become trapped in low-skilled, low-pay work that further binds them into the cycle of poverty.“ (Source: http://pepbonet.com/2013/08/portfolio/child-labour-and-exploitation-in-bangladesh/)

„At work“ – great photographies

„A worker walks past chicken eggs stored at a major eggs production factory in suburban Beijing, China, Friday, Oct. 31, 2008. Three more Chinese brands of eggs containing melamine were identified and a local government has acknowledged that officials knew about the contamination for a month before it was publicly disclosed. (AP Photo/Andy Wong) #“

Source of the picture: http://www.boston.com/bigpicture/2009/02/at_work.html#photo3; source of the whole article: http://www.boston.com/bigpicture/2009/02/at_work.html; „The Big Picture – News stories in Photographs, http://boston.com

Es weihnachtet sehr bei Amazon…

Wie schön kann doch Arbeit an Weihnachten sein – besonders bei Amazon ist das ein großer Spaß. Sogar der Betriebsrat macht mit. (Ist es der mit den Engelsflügeln? Bestimmt, eine so dumme Mütze lässt sich ein Betriebsrat doch wohl nicht aufsetzen…) Auf jeden Fall: die Bilder überzeugen uns…

AmazonLogistikzentrumWeihnachten

Wie heißt es in der Unterschrift zum Bild (das Bild ist ein Screenshot der Webseite, gemacht am 27.12.2014):

„Es weihnachtet in den Amazon Logistikzentren: Hier Betriebsrat und Mitarbeiter von Amazon Pforzheim bei der Verteilung süßer Überraschungen.“

Wer’s nicht glaubt, der mag hier nachschauen, es gibt noch viel mehr Schönes, das (dessen Darstellung…) man mit Worten kaum fassen kann: http://www.amazon-logistikblog.de/2014/12/23/die-amazon-logistikzentren-wuenschen-frohe-weihnachten/

Am 19.12.2014 wurde unter dem Titel „Gemeinsam Spaß haben“ (http://www.amazon-logistikblog.de/2014/12/19/unterhaltungspause-fuer-mitarbeiter-gemeinsam-spass-haben/) gepostet:

„Zum dritten Mal fanden in den Amazon Logistikzentren Live-Programme für Tausende von Mitarbeitern statt. Dieses Jahr sorgten die aus der ProSieben-Sendung „Got to Dance“ bekannten Gruppen „Dance Industry“ und „DMA Oldmen Crew“ für Unterhaltung. Für die Amazon Mitarbeiter, die während der Weihnachtszeit ihr Bestes geben, damit die Bestellungen rechtzeitig zum Fest ankommen, bedeutet das zunächst Arbeitsstopp: In der Zeit, in der die Auftritte stattfinden, stehen die jeweiligen Logistikzentren komplett still. „Gemeinsam Spaß haben“ lautet die Devise.

„Unsere Logistik ist so effizient, dass wir die Musik-Shows für unsere Mitarbeiter auch während der Hochsaison, mitten in der Weihnachtszeit, veranstalten können“, sagt Robert Marhan, Standortleiter eines der beiden Amazon Logistikzentren in Bad Hersfeld. Er muss es wissen, denn während der Unterhaltungseinlagen steht das jeweilige Logistikzentrum buchstäblich still. Niemand verpackt, und es werden auch keine Lkws abgefertigt, denn alle Mitarbeiter haben sich um eine rund acht Meter auf sechs Meter große Bühne mitten in einer der Lagerhallen versammelt. Dort geht es alles andere als ruhig zu: In diesem Jahr sorgen Tanzgruppen wie Dance Industry aus Österreich und DMA Oldmen Crew aus Augsburg, beide bekannt aus der ProSieben-Sendung „Got to Dance“ für Spaß und Unterhaltung.

Die Live-Auftritte an allen Standorten sind Teil vieler Aktionen, die es während der Weihnachtszeit für die Mitarbeiter in den Logistikzentren gibt: Von Weihnachtsgeschenken, adventlichen Leckereien und Überraschungsauftritten von Jongleuren und Zauberern bis zum täglichen Adventskalender mit Verlosungen.“

Nicht, dass jemand auf die Idee käme, es würde gestreikt…. (http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-12/streik-amazon-heiligabend).

 

 

„Arbeitsverhältnisse: “Wanderarbeiter – Fotografien einer neuen Arbeiterklasse”“

„Ab dem 15.November 2013 ist im Museum der Arbeit in Hamburg eine Austellung mit historischen und aktuellen Fotografien über Wanderarbeit zu sehen. In der Ankündigung heißt es:

Keiner kennt ihre genaue Zahl – alleine in China geht man von bis zu 200 Millionen Menschen aus, die auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Metropolen Shanghai, Hongkong oder Shenzhen ziehen. Aber auch in anderen Ländern verlassen Menschen ihre Heimat für Monate oder Jahre, um in der Fremde Geld zu verdienen oder auch der heimischen Enge und Perspektivlosigkeit zu entfliehen.

Mit der Ausstellung „Wanderarbeiter“ wendet sich das Museum der Arbeit diesem globalen Phänomen der „neuen Arbeiterklasse“ zu. In neun fotografischen Positionen – Mauricio Bustamante, Henning Christoph, Andrea Diefenbach, Brigitte Kraemer, Ingar Krauss, Wolfgang Müller, Oliver Tjaden, Ralf Tooten und H. R. Uthoff – werden unterschiedliche Formen der Wanderarbeit vorgestellt.”

Hier der Link zur Ausstellung: http://www.museum-der-arbeit.de/de/vorschau/wanderarbeiter.htm#.UoHzMCfPxEN

Quelle: http://www.kritische-organisationsforschung.de/?p=1320