Kapital gewinnt, Arbeit verliert.

Dax-Konzerne verwöhnen nur ihre Aktionäre“ – „Das Nachsehen haben die Arbeitnehmer“. So schreibt es das Handelsblatt, das man beim besten Willen nicht zu den kapitalismuskritischen Blättern zählen kann.

Um was geht es? Die Dax30-Konzerne schütten 27 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus. Das ist eine der höchsten Ausschüttungen in den letzten Jahrzehnten. Zitieren wir nochmal das Handelsblatt:

„Während die Dax-Konzerne ihre Dividenden in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 87 Prozent erhöht haben, stieg der Personalaufwand nur um zwölf Prozent. … Grund für den maßvollen Anstieg des Personalaufwandes sind geringe Lohnsteigerungen in Deutschland, vor allem aber die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins billigere Ausland. … Nur bei acht der 30 Dax-Unternehmen ist der Personalaufwand im vergangenen Jahrzehnt stärker gestiegen als die Ausschüttung, darunter Daimler, die Deutsche Bank und die Telekom.“

Auch die Erklärung dafür, warum der Personalaufwand reduziert werden konnte, liefert das Handelsblatt:

„Möglich wurde das, weil sie mehr Mitarbeiter in Ländern mit niedrigeren Löhnen und Sozialabgaben beschäftigten. Insgesamt arbeiten bei den 30 Dax-Konzernen im Schnitt 60 Prozent der Beschäftigten im Ausland – vor zehn Jahren waren es nur fast 40 Prozent.“

Die Finanzkrise hat Gewinner und Verlierer. Kapitaleigner gewinnen, Arbeitnehmer verlieren. Umverteilung eben.

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