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Archive for the ‘Universität’ Category

Studierende haben “kaum Ahnung von Mitbestimmung”

23/06/2011 Comments off

Studierende hätten von Mitbestimmung kaum Ahnung. “An deutschen Hochschulen lernen künftige Manager alles Mögliche – nur nichts über Sozialpartnerschaft und die Institutionen der Arbeitnehmerbeteiligung”. Das behauptet der in der Zeitschrift “Mitbestimmung” erschienene Artikel von Mario Müller.
(Quelle: Mitbestimmung 06/2011).

Aesthetic Labor – siehst Du nicht gut aus, siehst Du alt aus – ein Maßanzug hilft aber…

09/05/2011 Comments off

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Ein Wirtschaftsprofessor der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder holt einen thailändischen Schneider nach Deutschland. Er will, dass seine Studenten gut aussehen – dafür benötigen sie Maßanzüge, und die sind nun mal mit thailändischen Löhnen billiger zu haben.

“Der Thailänder Jim reist wie ein Hofschneider an deutsche Unis, um Aufträge für Maßanzüge einzusammeln. Ein gut sitzender Anzug steigert schließlich das Selbstbewusstsein. Ein Professor holte ihn nach Franfurt/Oder – und die Studenten starten nun mit Maßanzügen ins erste Praktikum.” (Spiegel Online vom 4.5.2011)

Da bekommt der Student – Studentinnen werden in dem Artikel nicht genannt – nicht nur für 265 Euro einen günstigen Anzug, sondern gleich noch eine Lektion über die Vorzüge internationaler Arbeitsteilung: “Deutschland kann Autos und Maschinen – Thailand kann Anzüge”. So zitiert der SPIEGEL Prof. Georg Stadtmann.

Studierende erhalten aber mit dem billigen Maßanzug nicht nur eine körperlich gefühlte Verstärkung einer volkswirtschaftlichen Mainstream-Lehrmeinung. Ihnen wird auch klargemacht, dass Aussehen wichtig ist und wie sie auszusehen haben; nochmal Professor Stadtmann: “Ein Anzug ist nicht nur Berufskleidung, sondern auch eine zweite Haut und ein Statussymbol. Da muss alles gut sitzen. Dann stimmt auch das Selbstbewusstsein, beispielsweise bei der Bewerbung.”

Diese Einschätzung mag empirisch richtig sein. Wie man aber die zunehmende Bedeutung von Aussehen bewertet, ist eine andere Sache. Kritische Wissenschaftler (eine der ersten Publikationen stammt von Warhurst, C., Nickson, D., Witz, A., & Cullen, A. M. (2000). Aesthetic Labour in Interactive Service Work: Some Case Study Evidence from the ‘New’ Glasgow. The Service Industries Journal, 20(3), 1–18) haben bereits vor einigen Jahren mit dem Konzept von “aesthetic labour” darauf hingewiesen, dass das Aussehen der Beschäftigten immer mehr der Verwertung unterworfen wird. Die Bedeutung des Aussehens, aber auch wie man spricht, wie man auftritt, gilt nicht nur für Absolventen von privaten “Wirtschaftsuniversitäten” (um die mehrdeutige Bezeichnung des SPIEGEL zu verwenden), sondern auch bei einfachen Dienstleistungstätigkeiten wie etwa Verkaufstätigkeiten im Einzelhandel (mehr über das Konzept “aesthetic labour” kann man in Kurzform hier nachlesen: www.workandsociety.com/downloads/bodywork/aeslab.pdf).

Siegfried Kracauer schrieb bereits 1929 über die kapitalistische Mitverwertung des Körpers bzw. seiner Ästhetik; er bezog sich auf die Angestellten in Berlin:

“Die Behauptung ist kaum zu gewagt, daß sich in Berlin ein Angestelltentypus herausbildet, der sich in der Richtung auf die erstrebte Hautfarbe hin uniformiert. Sprache, Kleider, Gebärden und Physiognomien gleichen sich an, und das Ergebnis des Prozesses ist ebenjenes angenehme Aussehen, das mit Hilfe von Photographien umfassend wiedergegeben werden kann. Eine Zuchtwahl, die sich unter dem Druck der sozialen Verhältnisse vollzieht und zwangsläufig durch die Weckung entsprechender Konsumentenbedürfnisse von der Wirtschaft unterstützt wird.
Die Angestellten müssen mittun, ob sie wollen oder nicht. Der Andrang zu den vielen Schönheitssalons entspringt auch Existenzsorgen, der Gebrauch kosmetischer Erzeugnisse ist nicht immer ein Luxus. Aus Angst, als Altware aus dem Gebrauch zurückgezogen zu werden, färben sich Damen und Herren die Haare, und Vierziger treiben Sport, um sich schlank zu erhalten. “Wie werde ich schön?” lautet der Titel eines jüngst auf den Markt geworfenen Heftes, dem die Zeitungsreklame nachsagt, daß es Mittel zeige, “durch die man für den Augenblick und für die Dauer jung und schön aussieht”. Mode und Wirtschaft arbeiten sich in die Hand.” (Kracauer, S. 1974: Die Angestellten. Frankfurt/M., S. 25; erstmals 1929 in der “Frankfurter Zeitung” veröffentlicht).

Aussehen und – weitergehend – Habitus sind offenbar mindestens ebenso wichtig wie fachliche Qualifikation. Für die im SPIEGEL-Artikel genannten Studierenden ist zu vermuten, dass deren Körper der Verwertung nicht nur passiv unterworfen werden, sie drängen selbst, bewusslos, auf Verwertung.

(Bild siehe http://www.flickr.com/photos/houseofduke/2059658642/sizes/o/) Danke.

Resolution – Konjunktur und Hochschulen gemeinsam fördern

17/05/2009 Comments off

Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre (VHB) hat eine Resolution “Konjunktur und Hochschulen gemeinsam fördern ” verabschiedet (mehr).

Categories: Universität

Call for Paper – Herbstworkshop der Kommission Personalwesen 2009

27/03/2009 Comments off

Herbstworkshop der Kommission Personalwesen 2009
(24. und 25. September an der HSU Hamburg)

Die Vereinbarkeit ökonomischer und sozialer Zielsetzungen ist eine Leitidee der betriebswirtschaftlichen Teildisziplin Personalwirtschaftslehre. Organisatorisch betrachtet impliziert die Vereinbarkeit dieser Zielsetzungen die Beteiligung der Mitarbeiter. Deren Beteiligung kann unterschiedliche Form annehmen:

„Partizipation, Mitbestimmung, Teilhabe“

lautet das Schwerpunktthema des diesjährigen Herbstworkshops. Es gilt – nach mehr als einem halben Jahrhundert betrieblicher Mitbestimmung, drei Jahrzehnte nach Förderung der „Humanisierung des Arbeitslebens“ und der andauernden Debatte um gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von der Erwerbstätigkeit – Bilanz zu ziehen und unsere Forschung in diesem Feld – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der globalen Krise des Finanzsystems – neu zu verorten. Das Spektrum spiegelt sich in der thematischen Offenheit für Beiträge zur Debatte. Beispielsweise:
- Bombenwurf oder Partizipation – Personal- und Organisationsentwicklung
- Konflikt oder Partnerschaft – Mitbestimmung und Management
- Anreiz oder Übernahme – Kapital- und Gewinnbeteiligungen
- Recht oder Pflicht – Arbeitsrecht und gesellschaftliche Verantwortung
- Werk oder Produkt – Anerkennung und Respekt
- Teilhabe ohne Arbeit? – Arbeiten und Essen

Des Weiteren besteht – wie üblich – auch die Möglichkeit der Einreichung von Beiträgen über „freie Themen“ und von Kurzberichten über aktuelle Forschungsvorhaben.

Die Beiträge sind in Form eines anonymisierten Full Papers (max. 25 Seiten) bzw. die Kurzberichte in Form eines Arbeitstitels und einer kurzen Zusammenfassung bis zum 31.07.09 in elektronischer Form (PDF-Datei) bei Simon Fietze (fietze@hsu-hh.de) einzureichen. Die Entscheidung über die Annahme der Beiträge wird bis zum 31.08.09 getroffen. Akzeptierte Beiträge werden rechtzeitig vor der Tagung allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in elektronischer Form zugänglich sein.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Institutshomepage unter http://ipa.hsu-hh.de/herbstworkshop/.

Die Tagung wird an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg stattfinden. Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung (matiaske@hsu-hh.de, Tel.: 040-6541-3800). Sie können sich aber selbstverständlich auch an meinen Mitarbeiter Herrn Simon Fietze (fietze@hsu-hh.de) wenden.

Mit besten Grüßen aus dem Norden
Wenzel Matiaske

 


Management Revue: http://www.management-revue.org

Kommission Personal im VHB: http://ipa.hsu-hh.de/kommissionpersonal

Helmut-Schmidt-Universität
University of the Federal Armed Forces Hamburg
Faculty of Economics and Social Sciences
Institute for Human Resource and International Management
I: http://ipa.hsu-hh.de/

mailing address:
Postfach 700822 * 22008 Hamburg * Germany
T: +49 40 6541-1
F: +49 40 6541-2869

office address:
Holstenhofweg 85 * 22043 Hamburg * Germany
T: +49 40 6541-3904
F: +49 40 6541-2891
I: http://ipa.hsu-hh.de/fietze

“University, Failed”

05/01/2009 Comments off

Interessante Beiträge zu einer kritischen Analyse der Organisation “Universität” findet man in der neuen Ausgabe von “Ephemera” (Vol 8, No. 3, 2008). Unter anderem schreibt Burkard Sievers über die “psychotische Universität”. (Quelle: Das Bild stammt von der Webseite der Zeitschrift.)

Categories: Universität

Neue Publikation: Was taugt die Resource Dependence-Theorie?

08/06/2008 Comments off

“This article evaluates to what extent Resource Dependence Theory (RDT) is able to explain organizational processes and structures. The evaluation criteria are the empirical corroboration of the theory, its information content and generality, but also how realistic the assumptions of the RDT are. The evaluation shows that the theory is empirically well confirmed. On the whole, Resource Dependence Theory significantly contributes to explaining behavior, structure, stability, and change of organizations.” (Abstract)

Quelle: Nienhüser, W. 2008: Resource Dependence Theory – How Well Does It Explain Behavior of Organizations? In: Management Revue, Vol. 19., Issue 1+2: 9-32 (Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden; mit freundlicher Genehmigung des Rainer Hampp Verlags.) (Foto: Mario Sepülveda, www.flickr.com (Danke!))

Neues Buch – Betriebsräte des Wissenschaftlichen Personals

09/01/2008 Comments off

Dudo von Eckardstein, Stefan Konlechner: Die Betriebsräte des
wissenschaftlichen Personals an österreichischen Universitäten. Bestandsaufnahme der gesetzlichen Neuregelung der Mitbestimmung. (ISBN 978-3-86618-176-2, München u. Mering 2007, 124 S., € 22.80)

Klapptentext: “Auf Grundlage des aktuellen Universitätsgesetzes (UG 2002) erfolgte Ende 2004 die Installierung von Betriebsräten als Organ der Mitbestimmung an den österreichischen Universitäten. Die vorliegende Studie berichtet von der Konstituierung der Betriebsräte für das wissenschaftliche Personal an den Universitäten und deren Handhabung des Auftrags zur Interessenvertretung der Belegschaft. Konzeptionell wird der Betriebsrat dabei mit Fürstenberg (2000 [1958]) als Grenzinstitution im Spannungsfeld zwischen Universitätsleitung, Belegschaft und überbetrieblichen Interessenvertretungen begriffen. Datengrundlage der Arbeit bilden 45 qualitative Interviews mit Betriebsratsvorsitzenden, stellvertretenden Vorsitzenden sowie Rektoren (bzw. Vizerektorinnen und -rektoren) von 15 öffentlichen österreichischen Universitäten.
Im Zentrum der Arbeit stehen die Analyse des Selbstverständnisses des Betriebsrats, die Identifikation von Interaktionsmustern (zur Universitätsleitung, zur Belegschaft und zu überbetrieblichen
Interessenvertretungen), sowie die Evaluierung ausgewählter Aspekte der veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen.” Das Buch kann man beim Rainer Hampp-Verlag  bestellen.

Wer kommt in den Hochschulrat?

24/08/2007 Comments off

Forschungsprojekt zur „Besetzung und Struktur von Hochschulräten in deutschen Universitäten“
Hochschulräte sollen die Entscheidungen von Hochschulleitungen kontrollieren – ähnlich wie Aufsichtsräte in Unternehmen die Aufgabe haben, die Geschäftsführung zu überwachen. Wer sind die Mitglieder in den Hochschulräten, aus welchen gesellschaftlichen Bereichen (Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur) kommen die Mitglieder? Gibt es Zusammenhänge zwischen der Struktur der Hochschulräte und den Merkmalen der jeweiligen Hochschulen? Solchen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt zur „Besetzung und Struktur von Hochschulräten in deutschen Universitäten“, an dem Werner Nienhüser, Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen, mit seinen beiden Mitarbeiterinnen Maria Wegener und Katharina Jacob seit einigen Monaten arbeitet. Bisher gab es in Deutschland keine derartige quantitative Untersuchung.
Die theoretische Grundlage für die Hypothesen des Projekts liefert die Ressourcenabhängigkeitstheorie. Danach sind in Gremien von Organisationen diejenigen Akteure dominant vertreten, die für die Organisation wichtige Ressourcen kontrollieren. Auch in der öffentlichen Diskussion wird die Vermutung geäußert, dass besonders Vertreter aus Unternehmen stark in den Räten vertreten sind und dass dies vor allem bei den Universitäten mit relativ viel Drittmitteln aus der Wirtschaft der Fall ist.
Erste Ergebnisse der Datenanalysen liegen nun vor. Die Datenbasis umfasst 57 Hochschulräte mit 463 Mitgliedern in 12 Bundesländern. Die Informationen über die Hochschulratsmitglieder wurden den Webseiten der Universitäten entnommen. Merkmale wie Größe der Hochschule, Fächerstruktur, Höhe und Zusammensetzung der finanziellen Mittel wurden aus amtlichen Statistiken und ähnlichen Quellen zusammengetragen.
Die ersten Auswertungen zeigen, dass unter den Hochschulratsmitgliedern diejenigen, die in Universitäten tätig sind, mit 41 Prozent aller Mitglieder die größte Gruppe bilden. 33 Prozent kommen aus Unternehmen oder (zu einem geringen Anteil) aus Unternehmerverbänden. Unter den Hochschulratsvorsitzenden liegt der Anteil der Wirtschaftsvertreter bei 47 Prozent, von diesen sind 80 Prozent Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglieder. Gewerkschafter sind mit etwa einem Prozent schwach vertreten, einen Vorsitzenden stellt aus dieser Gruppe niemand.
In Universitäten mit einem höheren Drittmittelanteil aus der Wirtschaft ist der Anteil der Wirtschaftsvertreter an allen externen Mitgliedern überdurchschnittlich hoch.
Diese ersten Befunde stützen die Vermutung, dass der Einfluss von Wirtschaftsvertretern erheblich ist und dass die Abhängigkeit einer Universität von ihren Finanzierungsquellen einen deutlichen Einfluss darauf hat, wie ihr Hochschulrat zusammengesetzt ist.

Einen ersten Ergebnisbericht können Sie hier herunterladen. Ein ausführlicher Bericht ist in Vorbereitung.

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