“In his keynote at the Narrative & Innovation conference 2010 Professor emeritus Dr. Dr. h.c. Alfred Kieser talked about Fashion in Organization Theory” (http://www.youtube.com/watch?v=G1f1phglTWI&feature=player_detailpage). – Alfred Kieser spricht über Moden in der Organisationsforschung bzw. Managementmodellen.
Ronald Hartz, TU Chemnitz, baut ein interessantes Forum “Kritische Organisationsforschung” auf. Unter anderen gibt es dort eine Liste mit “kritischen” Zeitschriften. (Foto: Kruemi)
“Wer als Einziger hat, was Andere haben wollen, hat Macht. Je weniger Alternativen jemand hat, sich das von ihm Begehrte zu beschaffen, und je mehr er begehrt, desto geringer ist seine Macht. Freitag hatte Macht über Robinson Crusoe, Robinson Macht über Freitag. Denn Freitag konnte als Einziger das Bedürfnis von Robinson nach menschlicher Gesellschaft befriedigen; Robinson schützte mit seinem Gewehr Freitag vor Feinden. Beide waren voneinander abhängig. Beide hatten große Macht übereinander. Veränderungen des Begehrens und der verfügbaren Alternativen verschieben Machtverhältnisse. Hätte Freitag die Angst vor dem Tod verloren oder wären andere Beschützer aufgetaucht, wäre Robinsons Machtressource wertlos geworden. Freitags Macht über Robinson verschwand, als ein englisches Schiff am Horizont erschien. Robinson hatte plötzlich Alternativen zu Freitag.
Nicht zu unterschätzen ist Macht durch soziale Konstruktion von Wahrnehmung: Wer unsere Vorstellungen darüber, was wir wollen und welche Alternativen wir haben, beeinflussen kann, verändert die Machtrelation.” (Quelle: Nienhüser, W. 2008: Wer hat Macht? In: 360° – Das Studentische Journal für Politik und Gesellschaft, Heft 1)
Wie kann man organisationalen Wandel erklären? Die Antwort des Aufsatzes ist klar: durch den Wandel von organisationaler Eliten. Sowohl in der Alltagstheorie als auch in der wissenschaftlichen Gesellschaftstheorie findet man die Idee, dass sich Gesellschaften und Organisationen vor allem durch den Wechsel der Eliten verändern. In der betriebswirtschaftlichen Organisationsforschung kommen explizit elitenorientierte Ansätze kaum zur Anwendung, obwohl nur wenige Organisationswissenschaftler, auch Betriebswirte, einen Zusammenhang zwischen Eliten- oder spezieller: Führungskräftewechsel und Unternehmensverhalten bestreiten dürften. Ebenso wenig wird man bezweifeln, dass organisationale Eliten über Macht verfügen, die sie nicht nur einsetzen, um den Erfolg von Unternehmen entscheidend zu beeinflussen, und dass Erfolg wiederum ihre Macht-position stärkt. Nur ist strittig und wenig klar, wie genau Erfolg, Wandel, Macht und Führungskräftewechsel zusammenhängen. Notwendig sind theoretische (und empirische) Aussagen, die Hinweise liefern über (a) die Bestimmungsgründe der sozialen Struktur und der Macht organisationaler Eliten, (b) den Einfluss dieser Elitenstruktur auf das Unternehmensverhalten und (c) die Rückwirkungen des Unternehmensverhaltens auf die sozial- und machtstrukturelle Zusammensetzung und den Wandel der organisationalen Elite. In dem Beitrag werden entsprechende Aussagen zusammentragen und theoretisch gestützt systematisiert und weiterentwickelt. Die Analyse konzentriert sich in erster Linie auf das Management von Unternehmen. Dabei wird auf frühe Theorien der Elitenzirkulation, die Arbeiten von Mosca und Pareto, zurückgegriffen und mit der machtorientierten Resource-Dependence-Theorie von Pfeffer/Salancik (2003) verbunden.
Quelle: Nienhüser, W. 2005: Elitenzirkulation in Organisationen. Vorarbeiten zu einer politischen Theorie organisationalen Wandels. Erscheint demnächst in: Drepper, T.; Göbel, A.; Nokielski, H. (Hg.): Sozialer Wandel und kulturelle Innovation. Eckart Pankoke zum 65. Geburtstag. Duncker & Humblot. Berlin: 355-383 (Vorabdruck unter http://www.uni-essen.de/personal/Elitenzirkulation.pdf)
Tagung “Beschäftigungspolitik von Unternehmen. Theoretische Erklärungsansätze und empirische Erkenntnisse” ausgerichetet durch Lehrstuhl für Personalwirtschaft Die zweite Tagung des Arbeitskreises “Empirische Personal- und Organisationsforschung” wird ausgerichtet durch Prof. Dr. Werner Nienhüser und findet am 2. und 3. Dezember 2004 in Mühlheim a.d.R. statt.
Beschäftigungspolitik meint grundlegende Handlungsmuster des Aufbaus, der Aufrechterhaltung und des Abbaus von Beschäftigung in Unternehmen. Während “traditionelle” personalwirtschaftliche Untersuchungen sich in der Regel auf einen einzigen Funktionsbereich oder sehr wenige Bereiche wie Personalplanung, Personalbeschaffung, Personalauswahl, Qualifizierung usw. beziehen, behandeln die Referate der Tagung überwiegend umfassendere, überdauernde Mustern oder Konfigurationen von Politikfeldern.
Die Themen im Einzelnen:
Hanns-Georg Brose/Martin Diewald/A. Goedicke (Universität Duisburg-Essen): Betriebliche Beschäftigungspolitik und die Herausforderungen des demografischen Wandels
Matthias Knuth/Marcel Erlinghagen (Institut für Arbeit und Technik): Flexible Unternehmen – stabile Beschäftigung?
Olaf Struck/Tim Schröder (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Zur Zeitdimension von Personalstrukturen: Theoretische Zugänge und empirische Befunde
Heiko Massa-Wirth/Hartmut Seifert (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut): Betriebliche Bündnisse für Arbeit – Flexibilisierung der Personalpolitik
Dorothea Voss-Dahm (Institut für Arbeit und Technik): Geringfügige Beschäftigung und die Veränderung innerbetrieblicher Arbeitsmärkte im Einzelhandel
Karen Jaehrling/Claudia Weinkopf (Institut für Arbeit und Technik): Einfacharbeit im Wandel
Christian Pfeifer (Universität Hannover): Die betriebliche Nachfrage nach befristeter Beschäftigung und Leiharbeit: Eine theoretische und empirische Analyse mit Daten aus dem Hannoveraner Firmenpanel
Irma Rybnikova (Technische Universität Dresden): Externalisierung von Führungsaufgaben am Beispiel von Interim Management: Theoretische Widersprüche und empirische Ergebnisse
Uta Wilkens (AKAD Wissenschaftliche Hochschule Lahr): Der psychologische Vertrag hochqualifizierter Arbeitskraftunternehmer als Herausforderung und Wegweiser für die Beschäftigungspolitik wissensintensiver Unternehmen
Albert Martin (Universität Lüneburg): Beschäftigungsverhalten aus dem Blickwinkel der Anreiz-Beitrags-Theorie. Ergebnisse von Simulationsrechnungen